25 March 2026, 12:21

"Pizza Connection" kehrt zurück – doch die AfD-Spaltung polarisiert

Eine Gruppe von Menschen an Tischen eines Restaurants in Rom, Italien, mit Flaschen, Gläsern und Dekoration auf den Tischen und beleuchteten Wänden mit Text und Regalen mit Gegenständen im Inneren.

"Pizza Connection" kehrt zurück – doch die AfD-Spaltung polarisiert

Der informelle Politikzirkel "Pizza Connection" trifft sich wieder – doch eine rechtspopulistische Abspaltung sorgt für Gesprächsstoff

Ein langjähriger, überparteilicher Diskussionskreis mit dem Namen Pizza Connection hat in der aktuellen Legislaturperiode seine Treffen wiederaufgenommen. Das informelle Netzwerk, bekannt für seine geselligen Runden quer durch die Parteilandschaft, hat sich über die Jahrzehnte gewandelt – während sich parallel eine jüngere, gleichnamige Gruppe innerhalb der AfD formiert hat. Unterdessen hat das ursprüngliche Bonner Stammlokal der Runde nach fünfmonatiger Renovierung unter neuer Leitung wieder eröffnet.

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Die Pizza Connection entstand in den 1990er-Jahren als lockerer Austauschkreis für Abgeordnete verschiedener Parteien. Zu den frühen Teilnehmern zählten Persönlichkeiten wie Armin Laschet (CDU) und Cem Özdemir (Grüne). Der Name soll auf Bernd Protzner zurückgehen, damals Generalsekretär der CSU, der bezweifelt haben soll, ob Konservative und Grüne überhaupt gemeinsame Themen finden könnten.

Die Treffen fanden regelmäßig statt, wobei die Teilnehmer zur Vertraulichkeit verpflichtet waren. Über die Jahre hinweg versammelte der Kreis ein buntes politisches Spektrum – doch eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene kam nie zustande. Ein grüner Teilnehmer bezeichnete die Runden rückblickend als "leere Schwatzbuden", die keine substanzielle Zusammenarbeit gebracht hätten. Heute organisiert die grüne Bundestagsabgeordnete Claudia Müller die Sitzungen und hält so die Tradition in der neuen Legislaturperiode am Leben.

Parallel dazu hat sich seit etwa 2020 eine zweite Pizza Connection innerhalb der AfD entwickelt. Anders als ihr Vorbild ist diese Variante deutlich nach rechts gerückt und zählt radikale Figuren wie Hannes Gnauck, Martin Reichardt und Christoph Berndt zu ihren Mitgliedern. Jüngere, ideologisch extremere Kräfte haben hier die früheren Gemäßigteren wie Alice Weidel oder Tino Chrupalla verdrängt. Die Verbindungen der Gruppe zu mutmaßlich extremistischen Kreisen bleiben umstritten.

In Bonn hingegen hat das mit dem ursprünglichen Zirkel verbundene Restaurant Pizza Connection nach einer Generalsanierung wieder seine Türen geöffnet. Nach dem Rückzug der langjährigen Inhaber hatte ein Nachkomme die Leitung übernommen und das Lokal nach fünf Monaten Bauzeit Mitte Oktober neu eröffnet.

Während die klassische Pizza Connection weiterhin als Plattform für informellen politischen Austausch dient – wenn auch mit begrenztem Einfluss –, spiegelt die AfD-Variante die zunehmende Polarisierung innerhalb der Partei wider. Die Zukunft des Formats bleibt offen. Die Wiedereröffnung des Bonner Restaurants hingegen markiert einen Neuanfang für einen Ort, der seit langem mit politischen Debatten verbunden ist.

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