ProSiebenSat.1 bringt toten Stars mit KI zurück – doch der Plan ist riskant
Wieslaw JähnProSiebenSat.1 bringt toten Stars mit KI zurück – doch der Plan ist riskant
Umstrittene neue Unterhaltungsshow: ProSiebenSat.1 setzt auf KI-reanimierte Stars
Ende April startet bei ProSiebenSat.1 eine kontroverse neue Unterhaltungsshow mit dem Titel Staying Alive – Stars singen mit Legenden. In der Live-Produktion treten aktuelle Künstler mit längst verstorbenen Musikikonen wie Elvis Presley, Whitney Houston und Freddie Mercury auf – ermöglicht durch künstliche Intelligenz. Die Show kommt zu einer Zeit, in der die angeschlagene Mediengruppe verzweifelt nach Wegen sucht, ihre sinkenden Quoten und finanziellen Probleme zu überwinden.
Das Produktionsteam nutzte KI, um die Stimmen der Verstorbenen möglichst originalgetreu nachzubilden und bestehende Aufnahmen anzupassen. Auf der Bühne performen lebende Künstler gemeinsam mit Doubles, deren Gesichter im Nachhinein digital so bearbeitet wurden, dass sie den Legenden zum Verwechseln ähnlich sehen.
ProSiebenSat.1, das unter massivem finanziellen Druck steht, setzt auf den Provokationsfaktor der Show, um Zuschauer zu gewinnen. Der Titel Staying Alive spiegelt dabei ironischerweise den eigenen Überlebenskampf des Senders wider – Manager bezeichnen das Konzept offen als riskantes Wagnis, das die Quoten retten soll. Selbst die Produktionsfirma Endemol Shine gibt zu, dass mögliche Empörung der Show sogar zugutekommen könnte, indem sie für kostenlose Publicity sorgt.
Noch ein weiteres KI-gestütztes Format plant der Sender: Fiebertraum zeigt den deutschen Popstar Sasha in einem virtuellen Duett mit Amy Winehouse. Auch hier kommen ähnliche Technologien zum Einsatz, die alte Aufnahmen mit neuen visuellen Elementen verbinden.
Beide Shows werden zeigen, wie weit das Publikum bereit ist, der KI-gesteuerten Nostalgie zu folgen. Staying Alive feiert am 25. April Premiere, Fiebertraum folgt kurz darauf. Die Zukunft des Senders könnte davon abhängen, ob diese Experimente genug Zuschauer anziehen, um die finanziellen Probleme abzufedern.






