21 February 2026, 08:33

Regierung fliegt 488 Mal – doch 700 Leerflüge sorgen für Empörung

Ein leerer Flughafen mit zahlreichen leeren Stühlen und Tischen, verstreuten Mülltonnen, Informationsanzeigen, Deckenleuchten, Stützstangen, einer Uhr und Glaswänden im Hintergrund.

Regierung fliegt 488 Mal – doch 700 Leerflüge sorgen für Empörung

Neue Zahlen offenbaren den umfangreichen Einsatz der Lufttransportdienste durch die deutsche Regierung. Zwischen Mai und Ende 2025 nutzten Regierungsvertreter 488 Flüge, darunter 700 zusätzliche Positionierungsflüge. Die vom Linken-Politiker Dietmar Bartsch beschafften Daten haben eine Debatte über Kosten und Effizienz ausgelöst.

Bartsch hatte die Flugaufzeichnungen für Kanzler und Minister ab dem 6. Mai 2025 angefordert. Seine Anfrage förderte zutage, dass das Bundeskanzleramt mit 106 Flügen die meisten Reisen verzeichnete. Es folgten das Auswärtige Amt mit 96 und das Bundespräsidialamt mit 66 Flügen.

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Von den 488 Passagierflügen entfielen 127 auf Minister der Ampelkoalition. Unter den Ressorts führte das Auswärtige Amt mit 41 Flügen, gefolgt vom Bundeskanzleramt (28) und dem Wirtschaftsministerium (19). Das Agrarministerium nutzte den Service nur zweimal – am seltensten von allen Behörden.

Die Zahlen zeigen zudem 700 Positionierungsflüge auf – Flüge der Lufttransportstaffel von ihrem Standort Köln zu Orten, an denen Regierungsmitglieder abgeholt wurden. Bartsch kritisierte dies als "teuren Systemfehler" und fragte, warum die Einheit auch über 30 Jahre nach dem Regierungsumzug nach Berlin noch in Köln stationiert sei. Er forderte eine stärkere Nutzung von Linienflügen oder der Bahn, um Kosten zu sparen.

Laut Bericht des Verteidigungsministeriums wird der Regierungsluftdienst intensiv genutzt, wobei die Zahl der Positionierungsflüge fast doppelt so hoch ist wie die der Passagierflüge. Kritiker drängen nun auf Reformen, um Ausgaben zu senken und die Effizienz zu steigern. Im Mittelpunkt der Diskussion steht, ob eine Verlegung der Transportstaffel oder alternative Reiseformen das Problem lösen könnten.