Rettungskräfte fordern dringend modernere Kommunikationsnetze für Krisenfälle
Ariane RosenowRettungskräfte fordern dringend modernere Kommunikationsnetze für Krisenfälle
Rettungskräfte in Deutschland drängen auf zuverlässigere Kommunikationssysteme
Nach einer aktuellen Vorstellung in Essen fordern deutsche Rettungsdienste modernere und ausfallsichere Kommunikationsnetze. Beim „Blaulicht-Tag“ wurde deutlich, wie wichtig stabile Verbindungen insbesondere bei Stromausfällen oder digitalen Störungen sind. Vertreter betonten, dass die bestehenden Systeme dringend weiterentwickelt werden müssen, um Echtzeitdaten wie Drohnenaufnahmen oder Lagekarten zu verarbeiten.
Die Veranstaltung bei der Feuerwehr Essen zeigte sowohl die Stärken als auch die Grenzen des aktuellen Digitalfunk BOS, das auf dem europäischen TETRA-Standard basiert. Zwar funktioniert das System zuverlässig für Sprachverbindungen und Kurznachrichten, doch für den Einsatz moderner Technologien reichen die Kapazitäten nicht aus. Ein Stromausfall in Berlin im vergangenen September bewies zwar die Stabilität des Netzes, doch die begrenzte Bandbreite bleibt ein drängendes Problem.
Innenminister Herbert Reul aus Nordrhein-Westfalen unterstrich die lebenswichtige Bedeutung unterbrechungsfreier Kommunikation für Rettungseinsätze. Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister ergänzte, dass ohne zuverlässige Verbindungen die Arbeit der Einsatzkräfte vollständig zum Erliegen käme. Sie warnte davor, dass ein Kontrollverlust über die Frequenzen schwerwiegende Folgen hätte.
Fachleute auf der Veranstaltung sprachen sich für ein unabhängiges, krisenfestes Netz im UHF-Bereich zwischen 470 und 694 Megahertz aus. Dies würde eine schnellere Übertragung großer Datenmengen ermöglichen – etwa von Live-Bildern von Drohnen oder detaillierten Einsatzplänen. Vertreter von Bundes- und Landesbehörden diskutierten über die nächsten Schritte zur Modernisierung der Infrastruktur.
Der „Blaulicht-Tag“ in Essen machte deutlich: Der Digitalfunk BOS muss über Sprach- und Basisdaten hinauswachsen. Ein eigenes Breitbandnetz wäre entscheidend, damit Rettungskräfte kritische Informationen in Echtzeit austauschen können. Ohne eine solche Lösung drohen bei Großschadenslagen erhebliche Verzögerungen in der Einsatzkoordination.






