Rosenmontagszug 2025: Warum Köln auf Putin-Spott verzichtet – und Tilly unter Druck gerät
Uta PatbergKölner Faschingsumzug: Kein Putin-Wagen bei Rosenmontag - Rosenmontagszug 2025: Warum Köln auf Putin-Spott verzichtet – und Tilly unter Druck gerät
Kölner Rosenmontagszug 2025: Kein Wagen mit Spott über Putin – Satiriker Jacques Tilly gerät in Russland unter Druck
Beim diesjährigen Rosenmontagszug in Köln wird es keinen Motivwagen geben, der den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Schippe nimmt. Die Veranstalter überlassen das brisante Thema dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Tilly selbst in Russland wegen seiner satirischen Kreationen mit juristischen Konsequenzen konfrontiert wird.
Das Kölner Karnevalskomitee verzichtet bewusst auf einen Putin-Wagen, obwohl das Thema in den vergangenen Jahren stets präsent war. Stattdessen rücken andere Persönlichkeiten in den Fokus – darunter der ehemalige US-Präsident Donald Trump sowie die Spannungen innerhalb der deutschen Ampelkoalition.
Jacques Tilly, bekannt für seine beißende politische Satire, hat für den Düsseldorfer Zug wiederholt Wagen entworfen, die Putin karikierten. Besonders Aufmerksamkeit erregte sein Werk für 2025 mit dem Titel "Hitler-Stalin-Pakt 2.0". Russische Behörden werfen ihm seitdem vor, "Falschinformationen" über das Militär zu verbreiten und den Präsidenten zu beleidigen.
Mittlerweile sieht sich Tilly in Russland mit Strafverfolgung konfrontiert, gibt sich jedoch unbeeindruckt. Dennoch wurden gegen ihn Reisebeschränkungen verhängt – aus Sorge vor einer möglichen Auslieferung. Die Entscheidung, Putin in Köln auszusparen, lenkt die gesamte Aufmerksamkeit nun auf Tillys Arbeiten in Düsseldorf.
Das Fehlen eines Putin-Motivs in Köln unterstreicht die wachsenden rechtlichen und politischen Risiken für Satiriker wie Tilly. Seine kommenden Entwürfe für Düsseldorf tragen nun die Hauptlast der diesjährigen Russland-Kritik. Der Kölner Zug hingegen widmet sich anderen politischen Zielscheiben.
