18 March 2026, 04:17

Schwarzfahren: Soll das 90 Jahre alte Gesetz endlich fallen?

Schwarzweiß-Zeichnung eines Bahnhofs mit Menschen auf verschiedenen Oberflächen, betitelt "Verurteiltes Leben im Millbank-Gefängnis" oben und unten.

Schwarzfahren: Soll das 90 Jahre alte Gesetz endlich fallen?

Schwarzfahren in Deutschland bleibt ein teures Problem – die jährlichen Verluste im öffentlichen Nahverkehr werden auf 750 Millionen bis eine Milliarde Euro geschätzt. Nun wächst der politische Druck, das Gesetz zu reformieren, das Schwarzfahren unter Strafe stellt. Ein Gesetzentwurf der Linken und ein Vorschlag der Grünen werden am 13. November 2025 im Bundestag debattiert.

Nach geltendem Recht drohen Schwarzfahrern in Deutschland mehr als nur ein Bußgeld von 60 Euro. Paragraf 265a des Strafgesetzbuchs, der bereits 1935 eingeführt wurde, sieht in schweren Fällen sogar Haftstrafen vor. Jährlich landen zwischen 7.000 und 9.000 Menschen wegen Schwarzfahrens im Gefängnis, manchmal für mehrere Wochen.

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Kritiker halten das Gesetz für veraltet und unverhältnismäßig hart. Allein in Nordrhein-Westfalen kostet ein Gefängnisplatz pro Tag die Steuerzahler 202,73 Euro – kurze Haftstrafen sind damit eine teure Lösung. Gleichzeitig haben einige Städte in der Region, darunter Köln, Bonn, Münster und Düsseldorf, bereits darauf verzichtet, bei Schwarzfahren strafrechtlich vorzugehen.

Die Initiative Freiheitsfonds springt ein und übernimmt für Betroffene, denen eine Haftstrafe droht, die anfallenden Gebühren. Neben der finanziellen Unterstützung setzt sich die Gruppe langfristig für einen kostenlosen ÖPNV ein. Nun fordern Linke und Grüne, Schwarzfahren komplett zu entkriminalisieren, indem Paragraf 265a gestrichen wird.

Der Bundestag wird bald entscheiden, ob das 90 Jahre alte Gesetz reformiert wird. Bei einer Verabschiedung der Pläne könnten tausende Haftstrafen jährlich vermieden und die Kosten für die Steuerzahler gesenkt werden. Das Ergebnis könnte auch Signalwirkung für andere Regionen haben, wie künftig mit Schwarzfahrern umgegangen wird.

Quelle