11 February 2026, 18:45

Streit um A13-Einstieg für alle Lehrkräfte: Reform droht Karrierechancen zu gefährden

Ein Gemälde mit dem Titel "Die Lehrerklasse" von William Hogarth, das einen Mann vor einer Klasse mit Kindern zeigt, einige sitzen auf Bänken und andere stehen, mit einer Tafel, einem Foto, einem Fenster, einem Vorhang und einem Dach auf der rechten Seite.

Streit um A13-Einstieg für alle Lehrkräfte: Reform droht Karrierechancen zu gefährden

Geplante Reform zur Angleichung der Einstiegsgehälter für Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen stößt auf Widerstand

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Eine geplante Reform zur Vereinheitlichung der Einstiegsgehälter für Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen sorgt für Kritik von Gewerkschaften und Oppositionsparteien. Ab August 2026 sollen alle neuen Lehrkräfte in die Besoldungsstufe A13 eingestuft werden – das entspricht derzeit dem Einstiegsniveau für Gymnasiallehrkräfte. Kritiker monieren jedoch, dass die Änderungen zentrale Fragen zur Karriereentwicklung und zu Anreizen für Führungspositionen unberücksichtigt lassen.

Ziel des von der Landesregierung vorgeschlagenen Vorhabens ist es, die Personalsituation an Grund- und weiterführenden Schulen (außer Gymnasien) durch höhere Startgehälter zu verbessern. Bisher steigen Lehrkräfte in diesen Schulformen in niedrigeren Besoldungsgruppen ein als ihre Kollegen an Gymnasien. Mit dem neuen System sollen alle künftig in A13 beginnen und damit diese Lücke schließen.

Doch die Gewerkschaften warnen, dass die Reform Beförderungen und Führungsaufgaben außer Acht lässt. Ohne höhere Gehaltsstufen für diese Positionen könnten Lehrkräfte für zusätzliche Verantwortung keine finanzielle Anerkennung erhalten. Die Opposition teilt diese Bedenken und argumentiert, dass die fehlende Differenzierung Führungspositionen deutlich unattraktiver macht.

Die Gewerkschaften fordern umfassendere Änderungen, darunter klarere Karrierewege und verbindliche Budgetzusagen für Schulleitungen. Ohne solche Maßnahmen drohe Demotivation, die den bestehenden Personalmangel weiter verschärfen könnte. Die SPD verweist zudem auf rund 1.200 unbesetzte Leitungs- und Stellvertreterstellen im Land, die sie mit der aktuellen Gehaltsstruktur in Verbindung bringt.

Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass die Reform dazu führen könnte, dass Einstiegsgehälter mit denen der ersten Beförderungsstufe identisch sind. Dadurch würden Positionen wie Fachbereichsleitungen oder stellvertretende Schulleitungen faktisch abgewertet. Lehrkräfte, die bereits in solchen Funktionen tätig sind, könnten mit stagnierenden Bezügen konfrontiert sein – was die Anreize für berufliche Weiterentwicklung weiter verringert.

Die Gehaltsanpassung soll im August 2026 in Kraft treten, doch ihre Auswirkungen auf die Motivation der Lehrkräfte und die Rekrutierung von Führungspersonal bleiben ungewiss. Gewerkschaften und Oppositionsparteien bestehen weiterhin auf Nachbesserungen, insbesondere bei der Gehaltsentwicklung und den Karrierechancen. Ohne solche Korrekturen riskiert die Reform, die bestehenden Personalprobleme an Schulen weiter zu verschärfen.