01 February 2026, 12:39

Thyssenkrupp kürzt Stahlproduktion – doch TKMS-Aktie glänzt nach Börsengang

Eine Liniengrafik, die den Anteil des Einkommens zeigt, das die oberen 1 Prozent von 1975 bis 2015 verdient haben, mit begleitendem Text, der zusätzliche Kontext für die Daten bereitstellt.

Thyssenkrupp kürzt Stahlproduktion – doch TKMS-Aktie glänzt nach Börsengang

Thyssenkrupp bestätigt Produktionskürzungen im Stahlbereich und treibt Umstrukturierung voran – trotz Kritik von Belegschaft und Gewerkschaften treibt der Konzern die Dividendenausschüttung durch. Gleichzeitig verzeichnet die Tochter TKMS seit ihrem Börsengang im Herbst 2025 eine starke Marktperformance.

Die Aktionäre des Konzerns billigten für das Geschäftsjahr 2024/2025 eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie – insgesamt rund 93 Millionen Euro. Diese Entscheidung löste Proteste von mehreren hundert Mitarbeitern aus, unterstützt von der IG Metall, die argumentierte, die Ausschüttung schwäche die industrielle Substanz des Unternehmens.

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Im Rahmen seiner Strategie "ACES 2030" reduziert Thyssenkrupp die Stahlproduktion auf eine Kapazität von 8,7 bis 9 Millionen Tonnen. Die Maßnahme ist Teil umfassender Restrukturierungsbemühungen, die im Geschäftsjahr 2025/2026 voraussichtlich zu einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro führen werden. Der Großteil dieses Verlusts geht auf Rückstellungen für die Transformation der Stahlsparte zurück.

Die Aktie des Konzerns blieb indes stabil und schloss am Freitag bei 11,29 Euro – ein Plus von 21,74 Prozent innerhalb des letzten Monats. Anleger warten nun gespannt auf den Quartalsbericht für das erste Quartal 2025/2026, der am 12. Februar 2026 erwartet wird.

Die Thyssenkrupp-Tochter TKMS (Thyssenkrupp Marine Systems) entwickelt sich seit ihrem Börsengang im Herbst 2025 positiv: Die Aktie wurde zunächst fast 20 Prozent über dem Ausgabekurs gehandelt und stieg am 22. Dezember 2025 in den MDAX auf. Zwar führte später Gewinnmitnahme zu Kurskorrekturen, doch die Nachfrage durch ETFs und ein starkes Auftragsvolumen von 18,2 Milliarden Euro stützten den Kurs. Das Unternehmen führte die Schwankungen auf übliche Marktanpassungen nach einem Börsengang zurück.

Auch Thyssenkrupp selbst verfügt über einen Rekordauftragsbestand von rund 18,2 Milliarden Euro, der dem Konzern trotz der anhaltenden Umstrukturierung Stabilität verleiht.

Die beschlossenen Dividendenzahlungen und die Kapazitätskürzungen im Stahlbereich markieren wichtige Schritte in Thyssenkrupps Restrukturierungsplan. Angesichts des prognostizierten hohen Verlusts im aktuellen Geschäftsjahr wird der nächste Finanzbericht mit Spannung erwartet. Die erfolgreiche Börseneinführung von TKMS und der Rekordauftragsbestand des Konzerns bieten dabei zumindest teilweise Halt in der Umbruchsphase.