20 March 2026, 06:19

Velbert informiert: Recht und Praxis bei lebensverlängernden Behandlungen

Kreisförmige Abbildung mit der Überschrift "patientenorientierte Pflege" und vier farbigen Abschnitten, die jeweils mit einem spezifischen Aspekt der Pflege beschriftet sind.

Velbert informiert: Recht und Praxis bei lebensverlängernden Behandlungen

Informationsveranstaltung zu lebensverlängernden Behandlungen in Velbert

Ende dieses Monats findet in Velbert eine Informationsveranstaltung zu lebensverlängernden medizinischen Behandlungen statt. Organisiert wird die Veranstaltung vom Pflegeamt der Stadt Velbert, der Bergischen Diakonie Aprath und dem SKFM Velbert/Heiligenhaus. Ziel der Session ist es, rechtliche und praktische Aspekte der Sterbebegleitung zu erläutern. Die Öffentlichkeit sowie gesetzliche Betreuer:innen sind eingeladen, kostenlos und ohne vorherige Anmeldung teilzunehmen.

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Die Veranstaltung findet am Donnerstag, dem 26. März, von 17:00 bis 18:30 Uhr in der Villa B, Höferstraße 37, statt. Sebastian Schmitz, Fachmann vom Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgungsteam (SAPV) in Mettmann, wird durch den Abend führen. In seinem Vortrag geht es um verfügbare Entscheidungsgrundlagen sowie den rechtlichen Rahmen lebenserhaltender Maßnahmen.

In den letzten Jahren hat es in Deutschland erhebliche Änderungen im Bereich der Sterbebegleitung gegeben. Das 2025 in Kraft tretende Patientenverfügungsgesetz schafft klarere Regelungen für Vorsorgevollmachten, insbesondere bei Demenz und unheilbaren Erkrankungen. Gerichtsurteile wie die Entscheidung des Bundesgerichtshofs von 2023 zur Zwangsernährung haben die Patientenautonomie gestärkt. Gleichzeitig haben ethische Debatten an Fahrt aufgenommen, etwa zur Abgrenzung zwischen "angemessenen" und "unverhältnismäßigen" medizinischen Maßnahmen.

Regional gibt es Unterschiede in der Umsetzung dieser Richtlinien. Südliche Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg halten sich oft an strengere, glaubensbasierte Vorgaben, die nicht selten von katholischen Einrichtungen wie der Caritas geprägt sind. Städte wie Berlin und Hamburg verfolgen dagegen liberalere Ansätze und setzen stärker auf palliative Versorgung in Hospizen.

Die Veranstaltung bietet Teilnehmer:innen die Möglichkeit, sich über ihre Rechte und Optionen bei lebensverlängernden Behandlungen zu informieren. Schmitz wird sowohl praktische Hilfestellungen als auch aktuelle rechtliche Standards vorstellen. Wer für Gesundheitsentscheidungen verantwortlich ist oder sich einfach für das Thema interessiert, kann ohne Formalitäten teilnehmen.

Quelle