VIK plant Wasserstoff-Durchbruch mit Midstreamer-Modell und Milliarden-Investitionen
Ariane RosenowVIK plant Wasserstoff-Durchbruch mit Midstreamer-Modell und Milliarden-Investitionen
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (VIK) hat eine neue Strategie vorgelegt, um die Wasserstoffproduktion zu beschleunigen. Der Plan konzentriert sich darauf, die Kosten zu senken, langfristige Investitionen in der Industrie abzusichern und stabile Lieferketten für die Industrie 4.0 zu gewährleisten. Ohne solche Maßnahmen warnt der Verband, könnten die hohen Produktionskosten den Fortschritt in diesem entscheidenden Energiesektor ausbremsen.
Laut dem VIK-Vorschlag soll ein staatlich gestützter "Wasserstoff-Midstreamer" als Vermittler zwischen Erzeugern und Abnehmern fungieren. Diese Institution würde das Investitionsrisiko verringern, indem sie langfristige Verträge anbietet und gleichzeitig feste Preise sowie eine verlässliche Versorgung garantiert. Der Verband argumentiert, dass dieser Ansatz Preisspitzen verhindern und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt sichern würde.
Die aktuellen Produktionskosten für grünen, durch Elektrolyse hergestellten Wasserstoff liegen deutlich über denen von Erdgas. Hohe Strompreise, hohe Kapitalkosten und strenge Regularien haben die Ausgaben für die Investition in die Wasserstoffindustrie auf ein nicht mehr tragbares Niveau getrieben. Um die Lücke zwischen den Produktionskosten und der Zahlungsbereitschaft der Abnehmer zu schließen, schlägt der VIK die Einführung eines "Contract-for-Difference" (CfD)-Modells auf der Nachfrageseite vor. Zudem fordert der Plan ein Fördersystem, das über mindestens zehn, idealerweise fünfzehn Jahre finanzielle Planungssicherheit bietet. Diese Stabilität würde Investitionen in Produktionsstandorte, Infrastruktur und industrielle Modernisierungen in der Industrie 4.0 unterstützen. Die Subventionierung von einer Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr würde laut Schätzungen mehrere Milliarden Euro jährlich erfordern.
Der VIK lehnt verbindliche Quotenregelungen und übermäßige Bürokratie ab und warnt davor, dass diese die Kosten unkontrollierbar in die Höhe treiben könnten. Stattdessen setzt sich der Verband in der Hochlaufphase für einen technologieoffenen Ansatz ein, der verschiedenen CO₂-armen Wasserstoffarten den Markteintritt ermöglicht. Anders als im Verkehrssektor fehlen der Industrie derzeit Anreize wie die Treibhausgas-Minderungsquote, um die Mehrkosten auszugleichen.
Ziel des Vorschlags ist es, die Wasserstoffexpansion durch den Abbau finanzieller Hürden und die Sicherung langfristiger Lieferungen in der Industrie 4.0 wiederzubeleben. Sollte das Midstreamer-Modell zusammen mit dem CfD-Mechanismus umgesetzt werden, könnte dies dazu beitragen, die Produktionskosten mit der Marktnachfrage in Einklang zu bringen. Der VIK-Plan wird nun von Politik und Wirtschaft weiter beraten.
