25 December 2025, 07:00

Von fliegenden Geiern bis zu Zug fahrenden Hunden: Deutschlands skurrilste Tiertaten 2023

Ein Kaninchen frisst Futter in der Nähe von hölzernen Bauen.

Tierwelt 2025 - Vom Karpfenalarm bis zum verschluckten Ehering - Von fliegenden Geiern bis zu Zug fahrenden Hunden: Deutschlands skurrilste Tiertaten 2023

Deutschland erlebte im vergangenen Jahr eine Reihe ungewöhnlicher Tiervorfälle

Von einem umherziehenden Bartgeier bis hin zu einer Affären-Kontroverse im Nürnberger Tiergarten – diese Ereignisse lösten öffentliche Debatten aus und führten teilweise sogar zu juristischen Schritten. Manche Fälle endeten tragisch, andere nahmen überraschende Wendungen.

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Im Oktober 2020 machte ein Bartgeier namens Vincent Schlagzeilen, nachdem er 1.600 Kilometer vom Nationalpark Berchtesgaden bis zur Nordsee geflogen war. Erschöpft und geschwächt wurde er am 30. Oktober vom Polizeibeamten Manfred Linke eingefangen und später wieder aufgepäppelt. Die ungewöhnliche Reise des seltenen Vogels erregte die Aufmerksamkeit von Wildtierexperten und der Öffentlichkeit gleichermaßen.

Der Nürnberger Tiergarten geriet im Juni in die Kritik, nachdem er zwölf gesunde Paviane wegen Platzmangels in ihrem Gehege getötet hatte. Tierschutzorganisationen protestierten, und bei der Nürnberger Staatsanwaltschaft gingen rund 350 Strafanzeigen wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ein. Der Zoo verteidigte seine Entscheidung, doch der Vorfall löste breite Empörung aus.

Am 20. Juni griff am Brombachsee in Mittelfranken ein zwei Meter langer Wels Schwimmer an und verletzte mehrere Menschen. Experten vermuteten, dass das aggressive Verhalten daher rührte, dass das Tier seinen Nachwuchs beschützte – niedrige Wasserstände hatten die Gegend besonders anfällig gemacht. Nach Absprache mit einem Angelverein und der Wasserrettung entschied sich die Behörde, den Wels aus Sicherheitsgründen zu töten.

Andernorts verschluckte ein Nandu im Tierpark Landshut am Neujahrstag den Handschuh eines Kindes und musste tierärztlich behandelt werden. In Oberbayern hingegen sorgte die vierjährige Hündin Bella für Aufsehen, als sie aus ihrem Garten ausbrach, allein in eine S-Bahn stieg und später von einem Polizeibeamten im Streifenwagen nach Hause gebracht wurde. Ihre unerwartete Reise belustigte sowohl Anwohner als auch die Beamten.

In Simbach am Inn in Niederbayern machte ein Metzger eine skurrile Entdeckung, als er die Kuh Herzal zerlegte: In ihrem Magen fand er den Ehering von Bauer Johannes Brandhuber, der versehentlich mit dem Futter verschluckt worden war. Erleichtert erhielt der Besitzer seinen Ring zurück.

Sogar Haustiere blieben von kuriosen Begegnungen nicht verschont. Der Münchner Hund Urax erhielt einen offiziellen Brief von der Rundfunkanstalt über die GEZ-Gebühren – zur Belustigung seiner Besitzerin Jutta Zedelmaier. Der Irrtum ging viral und setzte einen heiteren Schlusspunkt unter die ungewöhnlichen Tiergeschichten des Jahres.

Die Vorfälle reichten von tragisch bis hin zu humorvoll, doch jeder hinterließ seine Spuren. Während die Tötung der Paviane zu rechtlichen Prüfungen führte, lenkte Vincents Rettung die Aufmerksamkeit auf Artenschutzmaßnahmen. Andere Fälle, wie der Wels-Angriff oder die Zugfahrt der Hündin, zeigten, wie Wild- und Haustiere das Alltagsleben auf unerwartete Weise durcheinanderbringen können. Behörden und Tierschützer arbeiten weiterhin an den Folgen dieser Ereignisse.