Warum Mieten in Deutschland oft günstiger ist als der Traum vom Eigenheim
Edeltrud WagnerWarum Mieten in Deutschland oft günstiger ist als der Traum vom Eigenheim
Wohneigentum in Deutschland wird immer teurer – Mieten bleibt die günstigere Alternative
Der Kauf einer Immobilie in Deutschland ist durch steigende Kosten und strengere Vorschriften deutlich teurer geworden als das Mieten. Die jüngsten Reformen der Regierung sowie Klimapolitik belasten Eigentümer finanziell zusätzlich, während hohe Steuern und Gebühren den Hauskauf zu einer schweren Hypothek machen. Viele fragen sich inzwischen, ob Wohneigentum für die meisten Deutschen überhaupt noch realistisch ist.
Die finanziellen Hürden beginnen bereits vor dem Einzug. Neben dem Kaufpreis kommen zusätzliche Kosten wie Maklerprovisionen, Notargebühren und die Grunderwerbsteuer hinzu – mindestens 10 Prozent schlagen hier auf die Gesamtkosten zu. In einigen Bundesländern beträgt die Grunderwerbsteuer mittlerweile bis zu 6,5 Prozent, was die Anfangsinvestition weiter in die Höhe treibt.
Auch die Finanzierung gestaltet sich schwieriger und teurer als in vielen anderen Ländern. Über die Laufzeit eines Kredits können Käufer am Ende das Eineinhalbfache des ursprünglichen Kaufpreises zahlen. Gleichzeitig bleibt Mieten dank staatlicher Subventionen vergleichsweise erschwinglich – für viele wirkt der Traum vom Eigenheim damit in weiter Ferne.
Die Grundsteuerreform 2025 hat die Lage zusätzlich verschärft. Statt veralteter Bemessungsgrundlagen richten sich die Abgaben nun nach aktuellen Bodenwerten, Gebäudetypen und Wohnfläche. Während einige Eigentümer leichte Entlastungen erfahren, müssen andere mit deutlichen Steigerungen rechnen. Da die Kommunen die Hebesätze selbst festlegen, gibt es enorme regionale Unterschiede. In Nordrhein-Westfalen etwa wird Hamm ab 2026 einen einheitlichen Satz von 834 Prozent erheben, während andere Gebiete zuvor für Wohnimmobilien nur 678 Prozent oder für Gewerbeimmobilien bis zu 1.356 Prozent verlangten.
Neben den Steuern kommen auf Eigentümer zudem Pflichtinvestitionen zu, um strenge Klimavorgaben zu erfüllen. Zusammen mit komplexen Baubestimmungen treiben diese Auflagen die Kosten weiter in die Höhe. Politiker betrachten Immobilien zunehmend als Einnahmequelle – Forderungen wie die von Marcel Fratzscher nach deutlich höheren Grundsteuern verstärken den Druck zusätzlich.
Die Kombination aus hohen Anschaffungskosten, strengeren Regularien und steigenden Abgaben macht den Hauskauf in Deutschland deutlich schwieriger. Angesichts stark subventionierter Mieten und explodierender Eigentumskosten zweifeln viele an der langfristigen Bezahlbarkeit von Wohneigentum. Der Trend deutet auf weitere finanzielle Belastungen für alle hin, die in den Immobilienmarkt einsteigen wollen.






