Warum "Verbissenheit" im Fußball nicht immer der Schlüssel zum Sieg ist
Wieslaw JähnWarum "Verbissenheit" im Fußball nicht immer der Schlüssel zum Sieg ist
Fußballmannschaften setzen oft auf eine "verbissene" Haltung, um Gegner einzuschüchtern
Trainer und Spieler fordern regelmäßig diese Einstellung, in der Überzeugung, dass sie zu besseren Ergebnissen führt. Doch ein kürzlich errungener 7:0-Sieg zeigte, dass auch Fähigkeit und Präzision ohne Aggression zum Erfolg führen können.
Die Idee, mit "Verbissenheit" zu spielen, ist im Fußball weit verbreitet. Trainer wie Julian Nagelsmann haben von ihren Teams "Gier und Verbissenheit" gefordert. Spieler wie Joshua Kimmich beschreiben sich selbst als "verbissener, zäher, gnadenloser". Selbst der jüngste Erfolg von Arminia Bielefeld wurde damit begründet, "deutlich verbissener" als die Gegner aufgetreten zu sein.
Dieser Ansatz ist mehr als nur leere Rhetorik – er soll die Gegner verunsichern. Ekel kann körperliche Reaktionen auslösen, von Übelkeit bis hin zu Blutdruckabfall. Mannschaften versuchen, das Spiel so unangenehm zu gestalten, dass die Gegner überfordert wirken.
Doch nicht jeder dominante Auftritt beruht auf Aggression. Eine Mannschaft gewann kürzlich mit 7:0, ohne besonders verbissen zu sein. Stattdessen wurde sie als "scharf", "kreativ" und "dribbelstark" beschrieben. Ihr Sieg resultierte aus eiskalter Chancenverwertung und sicheren Kombinationen – ein Beweis dafür, dass Können reine Intensität übertrumpfen kann.
Die Forderung nach Verbissenheit ist nicht immer logisch. Verbissenheit und Hunger schließen sich gegenseitig aus, da Galle erst nach dem Verzehr fetthaltiger Speisen produziert wird. Dennoch hält sich der Begriff in Fußball-Diskussionen hartnäckig.
Die Debatte über "Verbissenheit" im Fußball geht weiter Während einige Teams durch Aggression glänzen, beweisen andere, dass Fähigkeit und Kreativität genauso wirksam sein können. Der 7:0-Sieg ohne verbissene Haltung zeigt: Es gibt mehr als einen Weg, ein Spiel zu dominieren.






