Wie Christoph Kolumbus und ein deutsches Paar die Magie der Flaschenpost entdeckten
Ariane RosenowWie Christoph Kolumbus und ein deutsches Paar die Magie der Flaschenpost entdeckten
Flaschenposten haben über die Jahrhunderte hinweg Geheimnisse, Entdeckungen und wissenschaftliche Daten über die Ozeane getragen. Eine der frühesten dokumentierten Verwendungen geht auf Christoph Kolumbus im Jahr 1493 zurück, als er seine Ankunft in Amerika festhielt. Im Laufe der Zeit wurden diese treibenden Behälter zu Werkzeugen für Forschung, Spionage und sogar persönliche Geschichten – wie die eines deutschen Paares aus dem Jahr 2015.
Die Tradition, Botschaften in Flaschen auf die Reise zu schicken, begann lange bevor die moderne Wissenschaft Notiz davon nahm. 1493 legte Kolumbus einen schriftlichen Bericht über seine Seefahrt in ein Fass und ließ es auf dem Meer treiben – der erste dokumentierte Fall dieser Methode. Jahrhunderte später erkannten Forscher das Potenzial dieser Idee. Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut rund 5.000 Flaschen aus, um Meeresströmungen zu untersuchen. Eine der ersten, von Australien aus gestartet, spülte drei Jahre später in der Nähe Londons an Land.
Einige Flaschen legten erstaunliche Distanzen zurück. Günstige Strömungen trugen manche bis zu 44 Kilometer pro Tag, während andere jahrzehntelang unterwegs waren, bevor sie gefunden wurden. Doch nicht alle waren harmlos – königliche Erlasse machten das Öffnen bestimmter Flaschen einst zu einem riskanten Unterfangen, da einige Spionagebotschaften enthielten.
2015 fügten Jörg und Cornelia Wanke ihre eigene Geschichte zu dieser maritimen Tradition hinzu. An Bord des Kreuzfahrtschiffs Star Flyer zwischen Madeira und Gran Canaria rollten sie eine handschriftliche Notiz in eine blaue Glasflasche und warfen sie ins Meer. Jörg, auf der Ostseeinsel Usedom aufgewachsen, kannte die Legenden solcher Botschaften gut. Ihre Flasche gesellte sich zu unzähligen anderen, die auf Strömungen trieben, die seit jeher Seeleute und Wissenschaftler faszinieren.
Von Kolumbus' historischem Fass bis zu modernen Experimenten – Flaschenposten haben den unterschiedlichsten Zwecken gedient. Die Nachricht der Wankes bleibt eine von Tausenden, die auf den Ozeanrouten verloren gingen – oder noch auf ihre Entdeckung warten. Während manche Flaschen für immer verschwinden, tauchen andere Jahre später wieder auf und tragen ihre Geheimnisse weiter über die Wellen.
