Wie die AfD demokratische Werte bedroht – Warnungen aus Rhein-Berg und Berlin
Wieslaw JähnWie die AfD demokratische Werte bedroht – Warnungen aus Rhein-Berg und Berlin
Eine aktuelle Konferenz und eine lokale politische Veranstaltung haben die wachsende Sorge über den Aufstieg des rechtsextremen Extremismus in Deutschland in den Fokus gerückt. Beim Treffen "Liberalismus neu denken" am 31. Oktober 2025 warnten Redner vor der Normalisierung radikaler Ansichten, während der SPD-Kreisverband Rhein-Berg auf seinem Neujahrsempfang sein Bekenntnis zur Verteidigung der Demokratie erneuerte.
Die Konferenz "Liberalismus neu denken", organisiert von libmod.de, begann mit einer Rede von Ralf Fücks über den Schutz der liberalen Gesellschaft. Später betrat der Dichter und Aktivist Luca Swieter die Bühne und übte in einer scharfen Kritik die vereinfachten Lösungsansätze für komplexe demokratische Herausforderungen an. In einer gesprochenen Wortperformance betonte Swieter die Notwendigkeit von kritischem Denken, Zusammenhalt und Mut, um demokratische Werte zu wahren.
Bei einer separaten Veranstaltung stand beim Neujahrsempfang des SPD-Kreisverbands Rhein-Berg ein Vortrag des Parteimitglieds Lindh im Mittelpunkt. Er argumentierte, die rechtspopulistische "Alternative für Deutschland" (AfD) verbreite systematisch Desinformation, knüpfe Verbindungen zu undemokratischen Netzwerken und zeige Sympathien für autoritäre Regime. Lindh warnte, dass Verachtung für die Menschenwürde, Rassismus und Lügen an gesellschaftlicher Akzeptanz gewinnen – und Extremismus so vom Rand in die Mitte der Gesellschaft rücke. Seine Worte griffen eine kürzlich veröffentlichte Schrift des SPD-Kreisverbands Rhein-Berg auf, die vor der schleichenden Normalisierung rechtsextremer Positionen warnt.
Lindh wies zudem die Vorstellung zurück, die Auseinandersetzung mit der AfD sei eine taktische politische Maßnahme. Stattdessen bezeichnete er sie als verfassungspolitische Pflicht. Patriotismus, so sein Argument, werde von rechtsextremen Akteuren vereinnahmt, die Vielfalt leugnen und Solidarität verweigern. Sein abschließender Satz – "Es ist nicht das Normale, das extrem wird – es ist das Extreme, das normal wird" – unterstrich die Dringlichkeit der Bedrohung.
Beide Veranstaltungen vermittelten eine gemeinsame Botschaft: Demokratie muss nicht nur verteidigt, sondern aktiv gestärkt und weiterentwickelt werden.
Die Warnungen dieser Zusammenkünfte spiegeln eine breitere Besorgnis über die Aushöhlung demokratischer Normen wider. Der SPD-Kreisverband Rhein-Berg hat versprochen, eine klare Haltung beizubehalten und sich für Verfassungs patriotismus sowie eine inklusive Gesellschaft einzusetzen. Gleichzeitig setzen sich Aktivisten und Analysten weiterhin dafür ein, das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen, wie extremistische Rhetorik in den gesellschaftlichen Mainstream eindringen kann.
