Wie die Mainzer Fastnacht seit 1814 die Stadt prägt und begeistert
Mainzer Fastnacht prägt die Stadt seit über zwei Jahrhunderten
Das bunte Treiben der Mainzer Fastnacht, bekannt für seine ausgelassenen Umzüge und scharfzüngige Satire, entwickelte sich ab den frühen 1800er-Jahren zu ihrer heutigen Form. Eine besondere Führung am 12. November widmet sich nun der bewegten Geschichte des Festes – von der französischen Herrschaft bis zu seiner Wiederbelebung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Wurzeln der heutigen Fastnacht reichen bis ins Jahr 1814 zurück, als Mainz unter französischer Kontrolle stand. 1837 entstand mit dem Krähwinkler Landsturm-Umzug eine frühe Vorform der noch heute gefeierten Rosenmontagszüge. Ein weiterer Meilenstein war 1856 die Gründung der Mainzer Kleppergarde, heute die zweitälteste Karnevalsgesellschaft der Stadt.
Zu den Traditionen zählen prunkvolle Maskenbälle, große Umzüge und die Fastnachtssitzungen – satirische Veranstaltungen, bei denen Redner von fassförmigen Podesten aus pointierte Büttenreden halten. Diese Mischung aus politischer und literarischer Schärfe hat vermutlich in Mainz selbst ihren Ursprung. Obwohl die offizielle Saison am 1. Januar beginnt, startet die Fastnacht traditionell bereits am 11. November.
Nach einer Unterbrechung während der Kriegsjahre erlebte der Karneval 1946 seine Renaissance. Sein Einfluss reicht heute weit über die Festtage hinaus: Hunderte Vereine und Garden halten den Geist das ganze Jahr über lebendig. Die anstehende Führung „Meenzer Fastnacht seit 1814“ wird von einem Major der Kleppergarde geleitet und bietet Einblicke in das bleibende Erbe des Festes.
Die Tour am 12. November zeigt, wie die Fastnacht die Identität Mainzer geprägt hat – von der französischen Besetzung im 19. Jahrhundert bis zur Rückkehr nach dem Krieg. Als fester Bestandteil der lokalen Kultur ziehen ihre Bräuche, Vereine und Umzüge noch immer Menschenmassen an und bewahren das einzigartige Erbe der Stadt.






