Willich gedenkt der Opfer der Reichspogromnacht mit bewegender Veranstaltung
Ariane RosenowWillich gedenkt der Opfer der Reichspogromnacht mit bewegender Veranstaltung
In Willich wurde am 9. November mit einer feierlichen Gedenkveranstaltung an die Reichspogromnacht erinnert. Erster Bürgermeisterstellvertreter Guido Görtz leitete die Veranstaltung und positionierte sich deutlich gegen Antisemitismus, Hass und Versuche, die historische Bedeutung der Pogrome von 1938 zu verharmlosen. Mit Musik, Lesungen und einer Kranzniederlegung ehrte die Versammlung die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt.
Die Gedenkfeier begann mit Schülerinnen und Schülern der Willicher Robert-Schuman-Europaschule, die die Namen der während der Reichspogromnacht Ermordeten verlasen. Es folgten musikalische Darbietungen, die die nachdenkliche Stimmung vertieften. Rednerinnen und Redner wie Franciska Lennartz, Dr. Leah Floh und Bernd-Dieter Röhrscheid betonten in ihren Beiträgen die Bedeutung des Erinnerns sowie die Notwendigkeit, heute Demokratie und Toleranz zu verteidigen.
Höhepunkt der Veranstaltung war die Kranzniederlegung am Mahnmal. Görtz nutzte die Gelegenheit, um allen Beteiligten für ihren Einsatz zu danken und darauf hinzuweisen, dass solche Erinnerungsakte fortgeführt werden müssten. Zugleich erinnerte er an das Ausmaß der Gewalt von 1938, als bei den von den Nationalsozialisten organisierten Angriffen rund 1.400 Synagogen und jüdische Gemeinden in ganz Deutschland zerstört oder beschädigt wurden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer richteten ihren Blick dabei nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Verantwortung in der Gegenwart. Die Reden und Ehrungen unterstrichen, dass die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung von Menschlichkeit nach wie vor dringende gesellschaftliche Aufgaben bleiben.
Die Veranstaltung in Willich war gleichermaßen eine Hommage an die Opfer der Reichspogromnacht wie ein Appell zum Handeln. Indem an die Zerstörung von 1.400 Synagogen und die verlorenen Menschenleben erinnert wurde, betonte die Gedenkfeier die anhaltende Notwendigkeit, Hass abzulehnen und demokratische Werte zu verteidigen. In seinen abschließenden Worten bekräftigte Görtz das Bekenntnis der Stadt, diese Lehren für kommende Generationen zu bewahren.
