18 December 2025, 10:47

Wolfsjagd erleichtert: Warum Gloria und Co. jetzt leichter abgeschossen werden dürfen

Ein Wolf steht im Vordergrund mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund, und Text ist in der rechten unteren Ecke sichtbar.

Wolfsjagd erleichtert: Warum Gloria und Co. jetzt leichter abgeschossen werden dürfen

Erleichterte Wolfsjagd: Was Umweltschützer und Schäfer dazu sagen

Teaser: Bundesregierung lockert Wolfsabschuss: Neue Regeln wegen Gloria und Co. – wie NRW-Schäfer und Umweltschützer reagieren.

Artikel: Die Bundesregierung hat den Wolf unter das Jagdrecht gestellt und damit die Jagd von Tieren erleichtert, die Nutztiere bedrohen. Der Schritt folgt auf wiederholte Angriffe durch Wölfe wie Gloria, eine Wölfin, die in Nordrhein-Westfalen für den Tod von Schafen verantwortlich ist. Naturschutzverbände und Jägerverbände reagieren gespalten auf die Frage, wie der wachsende Wolfsbestand am besten zu regulieren ist.

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Gloria, eine Wölfin aus Nordrhein-Westfalen, tötete kürzlich in Hünxe zwei Schafe, darunter ein trächtiges Muttertier. Schäfer Erich Specht fand die Tiere mit aufgerissenen Bäuchen vor – Gloria hatte ihnen jedoch nicht, wie bei typischen Wolfsangriffen üblich, die Kehle durchgebissen. Trotz Schutzzaun verdeutlichten die Verluste die anhaltenden Spannungen zwischen Landwirten und Wolfspopulationen.

In Deutschland leben derzeit 209 Wolfsrudel, vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen, sechs davon in Nordrhein-Westfalen. Die Entscheidung des Bundeskabinetts, den Wolf dem Jagdrecht zu unterstellen, soll die Entnahme von Tieren vereinfachen, die Nutztiere gefährden. Finanzielle Hilfen für Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde bleiben neben den neuen Regeln bestehen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt die Änderung und schlägt ein zweistufiges Vorgehen vor: eine saisonale Jagd junger Wölfe von Juni bis Oktober, um das Populationswachstum zu bremsen, sowie die ganzjährige Entnahme von Problemwölfen. DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke betonte die Rolle der Jäger bei einer nachhaltigen Regulierung und forderte zügige Umsetzung gemäß den Koalitionsvereinbarungen. Er regte an, 40 Prozent des jährlichen Zuwachses zu entnehmen, um ein Gleichgewicht zu halten.

Umweltschützer warnen jedoch, dass die Jagd Rudelstrukturen zerstören und so zu mehr Nutztierrissen führen könnte – zudem sei der Bestand in einigen Regionen noch zu klein. Der Naturschutzbund NABU plädiert stattdessen für besseren Herdenschutz und lehnt die Jagd ab. Ohne wirksamere präventive Maßnahmen, so die Befürchtung, würden ungeschützte Weiden weiterhin Wölfe anlocken und die Abschüsse wenig bewirken.

Die neuen Regelungen ermöglichen eine schnellere Entnahme von Wölfen wie Gloria, die trotz Schutzmaßnahmen Nutztiere reißen. Landwirte erhalten weiterhin Unterstützung für Zäune und Herdenschutzhunde, doch die Debatte bleibt: Bietet die Jagd oder der Ausbau von Schutzvorkehrungen die bessere Langzeillösung? Die Entscheidung der Regierung markiert einen Kurswechsel im Wolfsmanagement – Jäger wie Naturschützer werden die Folgen genau beobachten.