25 April 2026, 14:22

Zufit Simon revolutioniert mit The Fight Club das Best OFF Festival in Hannover

Ein Buchumschlag mit einer leuchtenden Illustration einer Gruppe von Frauen, die in harmonischen, synchronisierten Posen tanzen.

Zufit Simon revolutioniert mit The Fight Club das Best OFF Festival in Hannover

Choreografin Zufit Simon eröffnet das diesjährige Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover mit The Fight Club

Das Stück markiert eine kühne Wende in ihrem Schaffen und erkundet körperlichen Protest sowie maskuline Machtgebärden. Die 1980 in Israel geborene Simon lebt seit 25 Jahren in Deutschland und gilt nach wie vor als eine der prägendsten Stimmen des zeitgenössischen Tanzes.

Erstmals auf sich aufmerksam wurde Simon durch ihre präzise, nicht-narrative Choreografien, die die Bewegung selbst in den Mittelpunkt stellten. Ihr Solo Foams (2019) brach mit der Tradition, indem es unvorhergesehene Momente, stimmliche Experimente und technische Verzerrungen einband. Drei Jahre später vereinte Strange Foreign Bodies Performende unterschiedlicher Herkunft – auch mit Nacktheit – und stellte so gängige Bühnenkonventionen infrage.

2023 griff Radical Cheerleading auf US-amerikanische feministische Aktivismusformen zurück und verwandelte Cheerleading-Klischees in eine Form des Widerstands. Doch Simons Karriere war auch von Rückschlägen geprägt, etwa dem Entzug der Konzeptförderung durch das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur im Jahr 2016. Die Schließung des Hannoverschen LOT-Theaters – wo viele ihrer Werke uraufgeführt wurden – im Jahr 2024 verschärfte die Unsicherheit zusätzlich.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Trotz dieser Herausforderungen bot ihr die langjährige Zusammenarbeit mit der artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig kontinuierliche Unterstützung. Ihr neuestes Werk, The Fight Club, wagt nun einen Vorstoß in neues Terrain: Im Fokus stehen Kampf und Widerstand. Die Premiere findet am 23. April beim Hannoverschen Festival statt – nur wenige Monate, nachdem Simon mit 45 Jahren den Tanzpreis München für ihr Lebenswerk erhielt.

The Fight Club festigt Simons Ruf als unermüdliche Erneuerin, die körperliche Intensität mit politischen Themen verbindet. Die Festivalpremiere krönt Jahrzehnte grenzüberschreitender Arbeit – von abstrakten Bewegungsstudien bis zu aktivistisch geprägten Performances. Ihr Einfluss auf den unabhängigen Tanz bleibt ungebrochen, auch wenn Fördergelder und Spielstätten weiterhin unter Druck stehen.

Quelle