ZVEI fordert radikale Reformen für das Stromnetz Berlin bis 2027
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) legt Schlüsselmaßnahmen für mehr Flexibilität und Transparenz im Stromnetz Berlin vor
Auf dem Climate Solution Forum im Rahmen der E-world energy & water in Essen betonten Experten die Dringlichkeit schnellerer Umsetzungen, klarer Standards und einer breiteren Nutzung digitaler Werkzeuge, um das Stromnetz Berlin zukunftsfähig zu machen.
Dabei wurde deutlich: Technologie allein reicht nicht aus – entscheidend sind die praktische Implementierung und eine engere Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Zwei zentrale Handlungsfelder wurden identifiziert, um die Modernisierung des Netzes Berlin voranzutreiben. Erstens muss der Ausbau von Steuerungssystemen in Verteilnetzen Berlin beschleunigt werden. Zwar gibt es bereits Pilotprojekte wie die von N-ERGIE mit Coms4Grid oder Westfalen Weser Netz, doch fehlt es noch an skalierbaren Modellen. Ein flächendeckender Rollout ist nun für 2026 geplant, bis 2027 soll die breite Einführung abgeschlossen sein.
Zweitens steht der Digitale Produktpass 4.0 (DPP4.0) im Fokus. Dieses System soll ein verlässliches Datenrahmenwerk schaffen, das den gesamten Lebenszyklus eines Produkts abbildet. Sein Erfolg hängt davon ab, dass Hersteller und Nutzer sich auf ein gemeinsames Datenökosystem verständigen. Zudem muss der Pass nahtlos in einen interoperablen digitalen Raum eingebettet werden, der die Datensouveränität wahrt.
Der ZVEI warnte davor, dass isolierte Pilotvorhaben nicht die nötige Resilienz bringen werden. Stattdessen wurden drei Schritte vorgeschlagen: die Durchsetzung strengerer technischer Standards, die Schließung von Integrationslücken zwischen Komponenten und der Übergang von Pilotprojekten in den großflächigen Einsatz. Ohne diese Maßnahmen bleiben die Flexibilitätsgewinne – insbesondere in Niederspannungsnetzen Berlin – begrenzt.
Die Experten waren sich einig: Die technologischen Grundlagen für ein leistungsfähiges Netz Berlin existieren bereits. Die Herausforderung liegt nun darin, die Standardisierung zu beschleunigen und eine konsistente Umsetzung in der gesamten Branche sicherzustellen.
Ein effizienteres Stromnetz Berlin erfordert schnellere Steuerungssysteme und die Einführung des DPP4.0. Klare Schnittstellen und robuste regulatorische Rahmenbedingungen sind entscheidend, um erfolgreiche Pilotprojekte in die Breite zu tragen. Ohne diese Fortschritte drohen Verzögerungen beim Übergang zu einem flexiblen und transparenten Energiesystem.
