Altersarmut in Deutschland: Warum immer mehr Rentner in die Armut rutschen
Edeltrud WagnerAltersarmut in Deutschland: Warum immer mehr Rentner in die Armut rutschen
Altersarmut in Deutschland steigt seit 2020 stark an
Die gesetzliche Rente ersetzt derzeit nur noch 53 Prozent des Bruttoeinkommens – viele Rentner sind daher auf private Rücklagen angewiesen. Doch Experten warnen: Ohne zusätzliche Vorsorge drohen Millionen unter die Armutsgrenze zu rutschen. Um im Alter eine Rente oberhalb dieses Schwellenwerts zu sichern, ist mittlerweile ein monatliches Bruttogehalt von mindestens 3.300 Euro nötig.
Die regionalen Unterschiede verschärfen das Problem. In Ostdeutschland verdienen 60 Prozent der Vollzeitbeschäftigten weniger als 3.500 Euro – bundesweit sind es 40 Prozent. Besonders betroffen sind Frauen, deren Renten im Schnitt 31,4 Prozent niedriger ausfallen als die der Männer. Rund 9,2 Millionen Deutsche verdienen zu wenig, um eine sichere Altersvorsorge aufzubauen.
Ab 2026 gibt es für Rentner etwas Entlastung: Die Hinzuverdienstgrenze bei Minijobs wird angehoben, sodass sie ihr Einkommen leichter aufbessern können. Finanzberater raten, zunächst die Renteninformation zu prüfen, um die gesetzlichen Ansprüche voll auszuschöpfen, bevor private Vorsorgelösungen in Betracht gezogen werden.
Seit 2020 ist die Armutsrisikoquote bei den Über-65-Jährigen von 17–18 auf 20–21 Prozent gestiegen. Steigende Lebenshaltungskosten und stagnierende Mindestrenten haben die Krise verschärft – viele, die ein ganzes Berufsleben lang gearbeitet haben, blicken einer ungewissen Zukunft entgegen.
Die Zahlen zeigen eine wachsende Kluft zwischen Löhnen und Alterssicherung. Da 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten weniger als 2.750 Euro verdienen, breitet sich das Risiko der Altersarmut weiter aus. Politische Reformen und bessere Finanzplanung könnten nötig sein, um die Entwicklung zu bremsen.






