21 March 2026, 08:18

Böhmermanns provokante HKW-Ausstellung stellt Rationalität auf den Prüfstand

Plakat für den Salon des Humoristes in Paris mit einem Frauenkopf inmitten einer Menge, mit Veranstaltungstext.

Böhmermanns provokante HKW-Ausstellung stellt Rationalität auf den Prüfstand

Eine mutige neue Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) wirft Fragen auf

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Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" hat im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) eine provokante Schau eröffnet, die umstrittene Ideen in greifbare Kunst verwandelt – von einer versunkenen Freiheitsstatue bis zu einer Butterbüste Helmut Kohls. Kuratiert von Jan Böhmermann und seinem "Royal Group"-Kollektiv, lädt die Ausstellung Besucher ein, Normen durch spielerisch-provokante Installationen zu hinterfragen.

Die Schau verbindet Satire mit scharfer Gesellschaftskritik. Ein zentrales Exponat ist eine riesige, aufblasbare Freiheitsstatue, die halb in einem Teich versinkt – ein Symbol für den Zustand der US-Demokratie. Daneben stoßen Besucher auf Kuriositäten wie eine unter dem Label Donald Trump vertriebene Haarkur oder mit Kaninchen bestickte Handtücher aus dem Besitz von René Benko – Objekte, die Böhmermann als "Trophäen der Schurkerei" bezeichnet. Selbst ein auf dem Dach installiertes Teleskop ermöglicht es den Gästen, eine gespiegelte Projektion von Kanzler Friedrich Merz bei der Arbeit zu beobachten.

Böhmermann, lässig gekleidet, führt die Besucher persönlich durch den Raum. Sein Konzept geht über reine Kunst hinaus: Handys sind verboten, um digitale Kopien der Exponate zu verhindern. Die Ausstellung ist bereits seine dritte im HKW und knüpft an Themen seiner Late-Night-Sendung "ZDF Magazin Royale" an, deren Zukunft aufgrund ungewisser Sendezeiten unsicher ist.

Das Leitmotiv der "konstruktiven Irrationalität" suggeriert, dass unkonventionelles Denken gesellschaftliche Blockaden durchbrechen könnte. Doch die unorthodoxe Machart hat für Diskussionen gesorgt – keine deutsche Kulturveranstaltung hat zuvor eine vergleichbare Kontroverse ausgelöst. Dennoch läuft die Schau noch bis zum 19. Oktober und bietet eine Mischung aus Spektakel und Kritik.

Böhmermanns Ausstellung fordert die Betrachter heraus, Rationalität durch Absurdität und Interaktion neu zu denken. Von politischen Karikaturen bis zu persönlichen Andenken an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – jedes Exponat lotet Grenzen aus. Die HKW-Schau bleibt noch monatelang geöffnet und gibt dem Publikum Zeit, sich mit der ungewöhnlichen Botschaft auseinanderzusetzen – oder darüber zu streiten.

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