Elektro-Lkw mit Reichweitenverlängerer sparen bis zu 33 % Betriebskosten – ohne teure Ladeinfrastruktur
Wieslaw JähnElektro-Lkw mit Reichweitenverlängerer sparen bis zu 33 % Betriebskosten – ohne teure Ladeinfrastruktur
Eine neue Analyse des Ingenieursdienstleisters FEV zeigt, dass elektrisch betriebene Lkw mit Reichweitenverlängerer (REEVs) die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Dieselmodellen um bis zu einem Drittel senken könnten. Die Studie belegt erhebliche Einsparungen – selbst unter den ungünstigsten Bedingungen im Fernverkehr. Gleichzeitig versprechen diese Fahrzeuge geringere Emissionen und lassen sich problemlos in bestehende Depot-Strukturen integrieren, ohne dass leistungsstarke öffentliche Ladestationen erforderlich wären.
Die Untersuchung basiert auf realistischen europäischen Fahrprofilen und geht von nächtlichem Laden in Depots zu Industrie-Strompreisen von etwa 19 Cent pro Kilowattstunde aus. Unter diesen Bedingungen erzielten REEVs je nach Strecke und Nutzung Kosteneinsparungen bei den Total Cost of Ownership (TCO) von bis zu 33 Prozent. Selbst in den ungünstigsten Fernverkehrsszenarien lagen die Einsparungen noch bei rund 14 Prozent.
REEVs benötigen lediglich eine Batteriekapazität von etwa 280 kWh – halb so viel wie rein batterieelektrische Fernverkehrs-Lkw, die auf rund 560 kWh kommen. Die kleinere Batterie reduziert Gewicht und Fahrzeugkosten und erhöht gleichzeitig die Nutzlast. Da die Lkw überwiegend elektrisch fahren und über Nacht in den Depots geladen werden, bleiben auch die Energiekosten niedrig.
Anders als reine E-Lkw sind REEVs nicht auf teure Megawatt-Schnellladestationen angewiesen. Langsames Wechselstromladen mit 22 kW reicht aus, um sie fast vollständig elektrisch für den nächsten Betriebstag zu betanken. Diese Flexibilität erleichtert die Einbindung in die bestehende Depot-Infrastruktur.
Mindestens zwei Hersteller haben die Reichweitenverlängerer-Technologie bereits übernommen: Daimler Truck brachte 2023 den Mercedes-Benz eCitaro mit Brennstoffzellen-Reichweitenverlängerer auf den Markt, während die RWTH Aachen ein modulares Brennstoffzellensystem für schwere Nutzfahrzeuge entwickelte. Eine flächendeckende Markteinführung in Europa steht jedoch Ende 2025 noch aus.
Die Studie bestätigt, dass REEVs sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile bieten. Durch den geringeren Batteriebedarf und die Kompatibilität mit Standard-Depot-Ladung sinken Anschaffungs- und Betriebskosten. Wenn mehr Hersteller diese Technologie vorantreiben und die Rahmenbedingungen stimmen, könnte sie im Schwerlastverkehr eine größere Rolle spielen.
FEV vertieft die Vorteile von REEV-Lkw: 82% weniger Emissionen und Real-World-Tests
FEV hat bei seiner REEV-Lkw-Forschung weitere ökologische und praktische Fortschritte bekannt gegeben. Wichtige Entwicklungen sind:
- Eine Studie, die eine Reduzierung des Treibhauspotentials von bis zu 82% im Vergleich zu Diesel-Lkw zeigt.
- Es werden Demonstrator-Fahrzeuge entwickelt, um die Ergebnisse zu validieren, wobei ein Manager sagt: 'Sie bieten messbaren Mehrwert, wo Kostenentscheidungen besonders sensibel sind.'