14 March 2026, 00:20

FDP in der Krise: Dürrs Führung wankt nach Wahldebakel in Baden-Württemberg

Eine gelbliche, leicht zerknitterte Zeitung mit der schwarzen Schrift 'Diskussion' darauf, mit der Schlagzeile 'Semanario Repúblicano Democrático Federal'.

FDP in der Krise: Dürrs Führung wankt nach Wahldebakel in Baden-Württemberg

Die FDP steht vor neuer Unsicherheit in der Führungsfrage, da die interne Kritik zunimmt. Die Position von Bundesvorsitzendem Christian Dürr hat sich nach dem enttäuschenden Abschneiden der Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg weiter geschwächt. Gleichzeitig kristallisiert sich Henning Höne, Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen, als möglicher Nachfolger heraus – doch er zeigt sich zurückhaltend, wenn es darum geht, sich klar hinter einen Kandidaten zu stellen.

Die Probleme der Partei haben sich seit der letzten Bundestagswahl verschärft. Höne spricht von einer "existenzbedrohenden Krise" und einem "tiefen Tief" der FDP. Zwar erkennt er die Stärken potenzieller Nachfolger wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Wolfgang Kubicki an, betont aber, dass ein bloßer Wechsel an der Spitze die grundlegenden Schwierigkeiten nicht lösen werde. Als wichtige Ressourcen für einen Neuanfang nennt er die 70.000 Parteimitglieder sowie die aktiven Vertreter der FDP in Landes- und Kommunalpolitik.

Christian Lindner hatte die Partei einst auf Bundesebene neu belebt – beginnend mit Erfolgen in Nordrhein-Westfalen. Doch Dürr gerät nun nach der jüngsten Wahlniederlage auf Landesebene unter Druck, sogar aus den Reihen der Jungen Liberalen werden Rücktrittsforderungen laut. Zu den weiteren Anwärtern auf seine Nachfolge zählen Bijan Djir-Sarai und Linda Teuteberg.

Der nächste Bundesparteitag der FDP findet am 30. und 31. Mai in Berlin statt. Eine Abstimmung über die Parteispitze steht jedoch derzeit nicht auf der Tagesordnung, sodass Dürrs Zukunft vorerst offen bleibt.

Die internen Debatten der FDP zeigen nicht nur die Herausforderungen in der Führungsfrage, sondern auch die größere Aufgabe, verlorene Unterstützung zurückzugewinnen. Ohne eine unmittelbar anstehende Wahl muss die Partei ihren Niedergang aufhalten und gleichzeitig über mögliche Nachfolger nachdenken. Das Ergebnis wird die Strategie für die Bundestagswahl 2025 prägen.

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