Janinhoff revolutioniert Ziegelproduktion mit grünem Wasserstoff statt Erdgas
Ariane RosenowJaninhoff revolutioniert Ziegelproduktion mit grünem Wasserstoff statt Erdgas
Janinhoff GmbH & Co. KG schreibt Geschichte: Als erster deutscher Ziegelhersteller stellt das Unternehmen seine Produktion komplett von Erdgas auf grünen Wasserstoff um. Das in Münster ansässige Traditionsunternehmen, das seit über 100 Jahren Ziegel und Klinker produziert, geht damit voran bei der Umstellung auf klimaneutrale Industrieprozesse. Der Schritt ist Teil einer branchenweiten Initiative, um die Emissionen in einem Sektor zu senken, der jährlich 1,74 Millionen Tonnen CO₂ verursacht.
Die Umstellung im Janinhoff-Werk läuft bereits auf Hochtouren. Mitarbeiter erweitern die Brennöfen und bereiten Anschlüsse für künftige Wasserstoffleitungen vor – und das, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Das Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der NRW.Energy4Climate unterstützt, die darin ein Vorbild für flexible, widerstandsfähige und CO₂-arme Industrieproduktion sehen.
Am 6. November 2025 besuchten Staatssekretärin Silke Krebs und die Geschäftsführerin von NRW.Energy4Climate, Dr. Katharina Schubert, die Baustelle, um sich über den Fortschritt zu informieren. Ihr Besuch unterstrich die Bedeutung von grünem Wasserstoff, Elektrifizierung und hybriden Lösungen als Ersatz für fossile Brennstoffe in Hochtemperaturprozessen wie dem Brennen und Schmelzen.
Janinhoff hat sich zudem ehrgeizige Klimaziele gesetzt. In einer Klimaschutzvereinbarung mit der Bundesregierung verpflichtet sich das Unternehmen, seine Emissionen bis 2030 um mindestens 60 Prozent und bis 2042 um 90 Prozent zu reduzieren. Ziel ist die Herstellung nahezu CO₂-freier Fassadenmaterialien – ein Schritt, der Janinhoff an die Spitze der nachhaltigen Bauwirtschaft bringt.
Die Modernisierung bei Janinhoff markiert einen Meilenstein auf dem Weg zur Dekarbonisierung der deutschen Ziegelindustrie. Durch den Ersatz von Erdgas durch grünen Wasserstoff will das Unternehmen seinen CO₂-Fußabdruck drastisch verringern. Gelingt das Vorhaben, könnte es Schulbeispiel für andere energieintensive Branchen werden, die nach klimaneutralen Lösungen suchen.






