15 March 2026, 08:16

Karlspreis 2024 ehrt belarussische Demokratie-Ikonen für ihren Mut gegen Lukaschenkos Regime

Eine Gruppe von vier Menschen auf einem roten Teppich, die lächeln und für ein Foto posieren, mit einem 'Liberty Justice for All Awards'-Schild im Hintergrund.

Karlspreis 2024 ehrt belarussische Demokratie-Ikonen für ihren Mut gegen Lukaschenkos Regime

Drei Führungsfiguren der belarussischen Pro-Demokratie-Bewegung von 2020 sind mit dem renommierten Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet worden. Maria Kalesnikava, Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo wurden für ihren Kampf gegen das autoritäre Regime und ihr Engagement für demokratischen Wandel geehrt. Bei der Preisverleihung in Aachen stand auch der anhaltende Freiheitskampf in Belarus im Mittelpunkt.

Der Preis würdigt das Trio für seine Rolle bei der Herausforderung der belarussischen Regierung während der Proteste 2020. Kalesnikava, eine Musikerin, die zur Aktivistin wurde, war im September 2020 in Minsk festgenommen worden. Ein Jahr später wurde sie wegen ihrer Oppositionsarbeit zu elf Jahren Haft verurteilt.

Kalesnikava kam im Dezember 2025 nach Jahren in Haft frei und lebt seitdem in Deutschland, wo sie sich weiterhin für demokratische Belange einsetzt. Die Preisverleihung in Aachen war eine öffentliche Solidaritätsbekundung mit der demokratischen Bewegung in Belarus.

Trotz ihrer Freilassung hält die Repression in Belarus an. UN-Experten berichten, dass viele ehemalige politische Gefangene mit Zwangsdeportationen konfrontiert sind. Die Wirtschaft des Landes stagniert, das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liegt zwischen 1,4 und 1,8 Prozent. Gleichzeitig hat die Regierung ihre Beziehungen zu Russland, China, dem von den Taliban geführten Afghanistan und Aserbaidschan ausgebaut. Analysten warnen, dass die wirtschaftliche Stagnation langfristig die öffentliche Unterstützung für das Regime von Präsident Lukaschenko untergraben könnte.

Der Karlspreis lenkt die weltweite Aufmerksamkeit auf den demokratischen Kampf in Belarus. Kalesnikavas Anwesenheit in Aachen unterstreicht das europäische Bekenntnis zur Unterstützung von Oppositionellen. Doch innerhalb des Landes hält die Regierung die Kontrolle fest in der Hand – trotz wirtschaftlicher und diplomatischer Herausforderungen.

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