Lanserhof-Fastenkur: Luxus-Entgiftung mit fragwürdiger Wissenschaft
Luxus-Fastenklinik Lanserhof: Strenges Gesundheitsprogramm mit fraglichem Nutzen
Die Lanserhof-Fastenkur, ein exklusives Fastenretreat, sorgt mit ihrem strengen Gesundheitsregime und luxuriösen Ambiente für Aufsehen. Entwickelt in den 1980er-Jahren vom Arzt Franz Xaver Mayr, verspricht das Programm Entgiftung und ein längeres Leben durch betreutes Fasten, basische Ernährung und Darmreinigung. Doch trotz seiner Beliebtheit stehen medizinische Experten den langfristigen Vorteilen skeptisch gegenüber.
Die Kur wird in den Lanserhof-Kliniken in Österreich und Deutschland angeboten, wo Gäste einem streng kontrollierten Tagesablauf folgen. Vom 40-maligen Kauen jedes Bissens bis hin zu Mahlzeiten, die stets allein an einem fest zugewiesenen Tisch eingenommen werden, verbindet das Erlebnis Disziplin mit Luxus. Doch hält die Wissenschaft, was das Programm verspricht?
Die Lanserhof-Methode, von Mayr in den 1980ern entwickelt, kombiniert Fasten, basenreiche Kost und Darmsanierung, um den Körper zu entgiften und die Zellregeneration zu fördern. Über die Jahrzehnte hinweg hat das Programm Patienten angelockt, die Gewichtsverlust, Entgiftung oder sogar Anti-Aging-Effekte suchen.
Der Aufenthalt beginnt mit einer Reihe medizinischer Untersuchungen, darunter Bluttests, um den Fastenplan individuell anzupassen. Die täglichen Mahlzeiten sind sparsam, aber präzise zusammengestellt: Kokosjoghurt, fermentiertes Brot und Avocado zum Frühstück, Gemüse zum Mittagessen und eine leichte Suppe mit Gemüsebeilage zum Abend. Jeder Bissen muss 40-mal gekaut werden, und alle Mahlzeiten werden während des gesamten Aufenthalts allein am selben Tisch eingenommen.
Die Ausstattung entspricht dem exklusiven Anspruch des Programms: Die Klinik verfügt über ein hochmodernes Fitnessstudio, Sauna, Innen- und Außenpools sowie Designermöbel wie die Eames Lounge Chairs. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass wissenschaftliche Studien lediglich kurzfristige Effekte wie moderate Gewichtsabnahme belegen. Belege für langfristige Entgiftung oder Verjüngung fehlen weitgehend.
Hinzu kommt der Standort der Klinik auf Sylt – der nordfriesischen Insel, die wegen ihrer weitläufigen Dünen und reetgedeckten Häuser auch als "deutsches Hamptons" bekannt ist. Die idyllische Umgebung bietet den Gästen eine ruhige Kulisse für das anspruchsvolle Programm.
Ein kürzlich erschienener Beitrag im Newsletter "Pulling Weeds With Chris Black" (erscheint jeden Donnerstag) hat die Bekanntheit der Klinik weiter gesteigert. Doch während das Erlebnis zweifellos luxuriös ist, bleibt die medizinische Fachwelt bei den gesundheitlichen Versprechungen zurückhaltend.
Die Lanserhof-Fastenkur zieht weiterhin Gäste an, die bereit sind, für ein strukturiertes, hochwertiges Detox-Programm zu zahlen. Bluttests, kontrollierte Mahlzeiten und strenge Kauregeln bilden das Kernstück der Kur. Ohne stärkere wissenschaftliche Belege bleiben die langfristigen Vorteile jedoch unbewiesen.
Am Ende verlassen die Gäste die Klinik mit leichterem Geldbeutel – und manchmal auch mit weniger Kilos auf den Rippen. Ob die Effekte jedoch von Dauer sind, bleibt eine offene Frage.






