13 March 2026, 16:44

Machtkampf im Automobilverband: ZDK wirft ZVK gezielte Sabotage vor

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit blauer Umrandung und der Aufschrift "Schweiz Wagons-Fabrik A.G."

Machtkampf im Automobilverband: ZDK wirft ZVK gezielte Sabotage vor

Ein erbitterter Streit ist zwischen zwei führenden Automobilverbänden Deutschlands entbrannt. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) wirft dem Zentralverband Kraftfahrzeugtechnik (ZVK) vor, durch die Einbehaltung von 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge gezielt die Handlungsfähigkeit des Verbandes lahmlegen zu wollen. Der ZDK bezeichnet dies als bewusste Spaltungsstrategie und verschärft damit die seit Monaten schwelenden Spannungen.

Der Konflikt entzündete sich an Satzungsreformen, die der ZDK im Januar durchsetzte. Die Änderungen sehen eine klare Trennung der beiden Organisationen vor und beenden das bisherige System gemeinsamer Personalvertreter in den Gremien. Der ZDK betont, die Neuregelung erhöhe die Transparenz und spiegle die realen Strukturen der Branche besser wider. Zudem führt sie direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten ein, die sich künftig ohne Umweg über Innungen direkt der Bonner Zentrale anschließen können.

Der Anspruch des ZVK auf die Mitgliedsbeiträge ist zum Zankapfel geworden. Der ZDK spricht von einem Versuch, den Verband "auszuhungern", und bezeichnet die Situation als künstlich herbeigeführte Krise. Trotz der festgefahrenen Verhandlungen schließt der ZDK größere Änderungen in der Kommunikation mit den Mitgliedsbetrieben aus.

Rechtliche Auseinandersetzungen um Gebühren für Fahrzeugprüfungen, einst ein zentraler Streitpunkt, sind weitgehend abgeebbt. Stattdessen rückt die Verbandsführung in den Fokus. Der ZDK stellt klar, dass künftige Personalentscheidungen demokratisch in der Mitgliederversammlung getroffen werden. Gleichzeitig plant er, in betroffenen Regionen verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten und Unternehmen die Folgen eines möglichen Austritts zu erläutern.

Trotz der Pattsituation lässt der ZDK die Tür für eine Versöhnung offen. Eine Rückkehr zur Zusammenarbeit sei möglich – allerdings nur, wenn der ZVK die neuen Strukturen akzeptiere und die politische Entscheidungshoheit der Bonner Zentrale anerkenne.

Mit seinen Reformen bricht der ZDK radikal mit alten Praktiken. Ziel ist es, die Entscheidungsprozesse zu zentralisieren und doppelgleisige Governance-Strukturen abzubauen. Da der ZVK seine finanziellen Forderungen nicht durchsetzen konnte, müssen sich Werkstätten nun zwischen den beiden Verbänden entscheiden. Das Ergebnis wird maßgeblich prägen, wie Deutschlands Automobilhandelsverbände in den kommenden Jahren agieren.

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