Mainzer Dreigroschenoper glänzt mit moderner Brecht-Interpretation und Charme
Uta PatbergMainzer Dreigroschenoper glänzt mit moderner Brecht-Interpretation und Charme
Das Staatstheater Mainz inszeniert Bertolt Brechts Dreigroschenoper mit frischem, leichtfüßigem Charme
Am 27. September erstrahlte die Fassade des Mainzer Staatstheaters mit Zitaten aus dem Stück, während drinnen das Publikum in die düstere Welt des Londoner Verbrechermilieus eintauchte. Die Produktion kehrt 2025 für vier weitere Vorstellungen auf die Bühne zurück.
In der Hauptrolle glänzt Holger Kraft als Jonathan Peachum, ein Mann, der außer sich ist über die Heirat seiner Tochter Polly mit dem berüchtigten Gangster Mackie Messer. Henner Momann verkörpert Mackie – einen charmant-skrupellosen Schurken –, während Maren Schwier als Polly die zerrissene Tochter zwischen Pflicht und Liebe spielt. Anika Baumann wechselt zwischen verschiedenen Rollen, darunter dem Bettler, der Die Moritat von Mackie Messer singt, und sogar Brecht selbst.
Regisseur Jan Neumann verwebt Brechts Kapitalismuskritik gekonnt in die Inszenierung und stellt dabei den Spannungsbogen zwischen den sozialistischen Idealen des Dramatikers und seinem eigenen Geschäftssinn heraus. Das Ergebnis ist eine unterhaltsame, moderne Interpretation eines der berühmtesten Stücke des 20. Jahrhunderts – mit ikonischen Songs wie Seeräuber-Jenny.
Karten für die restlichen Aufführungen am 2. Oktober, 12. Oktober, 2. November und 9. November kosten zwischen 17,50 und 45,50 Euro, inklusive eines Getränkeguthabens.
Die Mainzer Fassung der Dreigroschenoper verbindet Humor mit Brechts scharfer Gesellschaftskritik. Wer die Produktion noch erleben möchte, hat 2025 vier weitere Gelegenheiten – verteilt auf Oktober und November. Mit seinem zeitgemäßen Ansatz hält das Theater den Klassiker lebendig und fesselnd.






