Solingen diskutiert zivil-militärische Zusammenarbeit bei wachsenden Sicherheitsrisiken
Wieslaw JähnSolingen diskutiert zivil-militärische Zusammenarbeit bei wachsenden Sicherheitsrisiken
Solingen war kürzlich Schauplatz einer hochrangigen Diskussion über Innere Sicherheit – zu einer Zeit, in der die Bedrohungen für kritische Infrastrukturen zunehmen. Unter dem Titel "Innere Sicherheit in Zeiten erhöhter Bedrohungen – wie sieht die zivil-militärische Zusammenarbeit aus?" fand die Veranstaltung anlässlich des 70. Gründungsjubiläums der Bundeswehr statt. Organisiert von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Solingen, brachte sie Führungskräfte aus Militär, Polizei und Katastrophenschutz zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu erörtern.
Generalmajor Andreas Henne, Leiter der Abteilung Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, skizzierte zu Beginn ein düsteres Szenario: gezielte Angriffe auf zivile Infrastrukturen. Er warnte, dass moderne Bedrohungen nicht nur bessere technische Ausstattung erforderten, sondern auch eine stärkere mentale Vorbereitung, abgestimmte Organisationsstrukturen und militärische Unterstützung.
Markus Röhrl, Polizepräsident für das Bergische Städtedreieck, erläuterte, wie die Sicherheitsbehörden unter Druck Krisen bewältigen. Seine Ausführungen unterstrichen die Notwendigkeit schneller, strukturierter Reaktionen, wenn die öffentliche Sicherheit auf dem Spiel steht.
Jan Welzel, Leiter der Öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Solingen, bestätigte, dass die Stadt ihre Wasser-, Strom- und Gasnetze aktiv schützt. Zwar bezeichnete er die aktuellen Maßnahmen als "auf dem richtigen Weg", konkrete Details zu laufenden Projekten oder strukturellen Veränderungen in der zivil-militärischen Zusammenarbeit nannte er jedoch nicht.
Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, rückte die Debatte in einen größeren Wertekontext. Sie betonte, dass die Verteidigung von Freiheit, Frieden und Demokratie auf widerstandsfähigen Gesellschaften beruhe. Zum Abschluss der Veranstaltung rief sie zu einer dauerhaften Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk (THW) und den kommunalen Behörden auf.
Die Konferenz machte deutlich, wie dringend eine engere Verknüpfung von zivilen und militärischen Kräften ist, um essenzielle Dienstleistungen zu schützen. Solingens Maßnahmen befinden sich noch in der Entwicklung – die Verantwortlichen hoben zwar Fortschritte hervor, verzichteten jedoch auf konkrete Handlungspläne. Das 70-jährige Bestehen der Bundeswehr diente als Mahnung: Innere Sicherheit erfordert heute ein gemeinsames Vorgehen auf allen Ebenen von Staat und Katastrophenschutz.






