26 April 2026, 16:19

SPD-Politiker kritisiert "Zwei-Klassen-System" bei Kita-Betreuung in NRW

Plakat für den American Rescue Plan, mit dem Text, dass es die Kindarmut hälfte und einem Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

SPD-Politiker kritisiert "Zwei-Klassen-System" bei Kita-Betreuung in NRW

Der familienpolitische Sprecher der SPD, Dennis Maelzer, hat die jüngsten Reformen der Kinderbetreuungsfinanzierung in Nordrhein-Westfalen scharf kritisiert. Er warnte, dass das aktuelle System die Gefahr berge, ungleiche Betreuungsstandards in der gesamten Region zu schaffen. Seine Bedenken äußerte er zunächst in einer Pressekonferenz und diskutierte sie später in der Sendung Westblick auf WDR 5.

Das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) bezeichnete Maelzer als eine "Dauerbaustelle" und verwies dabei auf die wiederholten Änderungen seit 2008. Besonders problematisch findet er das "Kernzeitenmodell", das es nicht pädagogisch qualifiziertem Personal ermöglicht, Kinder außerhalb der regulären Öffnungszeiten zu betreuen – statt wie vorgesehen durch Fachkräfte. Nach seiner Einschätzung könnte dies zu einem "Zwei-Klassen-System" führen, bei dem die Qualität der Betreuung davon abhängt, wie viel eine Kommune investiert.

Der SPD-Politiker forderte zudem höhere Fördersätze für die praxisintegrierte Ausbildung von Erzieher:innen und wies darauf hin, dass diese Sätze seit fünf Jahren unverändert geblieben seien. Er schlug vor, staatliche Zuschüsse, die derzeit für die Verlängerung der Kita-Öffnungszeiten genutzt werden, umzuwidmen – um stattdessen mehr Mittel in die Qualifikation von Fachpersonal zu stecken. Die kürzlich angekündigten 5 Milliarden Euro für Bildung, die Teil eines 10-Milliarden-Euro-Bundesinfrastrukturfonds für NRW sind, bezeichnete Maelzer als unzureichend für die Bedürfnisse der Region.

Die Landesregierung unter Hendrik Wüst (CDU) und Mona Neubaur (Grüne) hatte zuvor bekannt gegeben, dass die Hälfte der 10 Milliarden Euro in die Bildungsinfrastruktur fließen solle – darunter Schulen und Ganztagsangebote. Maelzers Forderungen knüpfen an frühere Initiativen wie Gute Schule 2020 an, im Rahmen derer jährlich 500 Millionen Euro allein in Schulmodernisierungen investiert wurden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mit seinen Vorschlägen setzt Maelzer die Landesregierung unter Druck, die Verteilung der Kinderbetreuungsgelder neu zu überdenken. Seine Forderung nach höheren Ausbildungszuschüssen und einer Abkehr vom Kernzeitenmodell zielt darauf ab, Ungleichheiten in der frühen Bildung zu verhindern. Die Debatte dauert an, während Kommunen prüfen, wie sie die bereitgestellten 5 Milliarden Euro für nachhaltige Verbesserungen einsetzen können.

Quelle