NRW-SPD-Fraktionschef: Wehrpflicht für alle eine Frage der Gerechtigkeit - Streit um Wehrpflicht spaltet Koalition: SPD blockiert Losmodell
In der deutschen Bundesregierung ist ein Streit über die Wehrpflicht zwischen Union und SPD entbrannt. Die Uneinigkeit folgt auf gescheiterte Versuche, sich auf ein losbasiertes Wehrpflichtmodell zu einigen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jochen Ott kritisierte die laufende Debatte nun als verwirrend für junge Freiwillige.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte sich für eine umfassende Wehrpflicht starkgemacht und dabei Rückhalt von Jochen Ott erhalten, dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen. Ott argumentierte, ein allgemeiner Wehrdienst sorge für mehr Gerechtigkeit, und unterstützte Pistorius’ Position.
Fachpolitiker beider Koalitionsfraktionen hatten sich zunächst auf zentrale Punkte für ein neues Wehrdienstmodell geeinigt. Später lehnte die SPD-Bundestagsfraktion jedoch das vorgeschlagene Losverfahren ab. Diese Ablehnung hat den Prozess blockiert, sodass der Gesetzentwurf vorerst in seiner ursprünglichen, vom Kabinett beschlossenen Fassung verbleibt.
Der Entwurf soll am Donnerstag im Bundestag eingebracht werden, wobei während der parlamentarischen Beratungen noch Änderungen möglich sind. Ott äußerte unterdessen die Sorge, dass die öffentliche Uneinigkeit ein negatives Signal an junge Menschen sende, die über einen freiwilligen Dienst nachdenken.
Das Wehrpflichtgesetz wird in seiner aktuellen Fassung in den Bundestag gehen, wobei noch Anpassungen möglich sind. Der anhaltende Streit zeigt die Spaltungen innerhalb der Koalition bei der Frage, wie die Wehrpflicht gestaltet werden soll. Otts Kritik unterstreicht die Unsicherheit, die über künftige Rekrutierungsbemühungen herrscht.






