Videobeweis im DFB-Pokal: Warum Fairness an Geld und Logistik scheitert
Ariane RosenowVideobeweis im DFB-Pokal: Warum Fairness an Geld und Logistik scheitert
Der Einsatz des Videobeweises im deutschen Fußball sorgt weiterhin für Diskussionen – besonders im DFB-Pokal. Zwar soll die Technologie für mehr Gerechtigkeit sorgen, doch ihr Fehlen in den frühen Runden des Wettbewerbs hat bereits zu kostspieligen Fehlentscheidungen und Frust geführt. Die Forderungen, den Videobeweis früher einzuführen, werden lauter – doch finanzielle und logistische Hürden stehen dem entgegen.
In der Bundesliga wurde der Videobeweis eingeführt, um Fehler zu minimieren und für fairere Spiele zu sorgen. Doch selbst mit dem System gibt es oft Streit statt Klarheit. Die Kosten für den Einsatz in 612 Spielen der ersten und zweiten Liga pro Saison belaufen sich auf fast 20.000 Euro pro Partie. Die Grundkosten für Technologie und Personal liegen bei rund 12 Millionen Euro jährlich.
Im DFB-Pokal hat das Fehlen des Videobeweises in den frühen Runden bereits für Probleme gesorgt. Beim 1:1 von Eintracht Frankfurt gegen Heidenheim wurde ein Tor fälschlicherweise wegen eines Fehlers im Videobeweis-System aberkannt. Ein weiterer Vorfall: Der 1. FC Köln kassierte ein Tor, nachdem die Schiedsrichter eine klare Abseitsposition von Leroy Sané vom FC Bayern übersehen hatten. Solche Patzer haben die Debatte über eine Ausweitung des Videobeweises neu entfacht.
Der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees hält es für sinnvoll, den Videobeweis ab der zweiten Pokalrunde einzuführen. Allerdings verfügen Vereine außerhalb der DFL oft nicht über die nötige Infrastruktur – die zusätzlichen Kosten müssten dann die Veranstalter tragen. Die Fernseheinnahmen decken die Ausgaben nicht, und eine Finanzierung für den Einsatz in den unteren Ligen ist unklar.
Der Druck, den Videobeweis im DFB-Pokal früher einzusetzen, zeigt das Spannungsfeld zwischen Fairness und Machbarkeit. Ohne zusätzliche Mittel oder Infrastruktur bleibt die Ausweitung der Technologie eine Herausforderung. Vorerst werden die Diskussionen – und die Fehlentscheidungen – in den frühen Pokalrunden wohl weitergehen.






