Bayer feiert Durchbruch mit Kerendia – doch Roundup-Prozesse belasten die Aktie
Edeltrud WagnerBayer feiert Durchbruch mit Kerendia – doch Roundup-Prozesse belasten die Aktie
Bayer hat positive Ergebnisse einer klinischen Studie mit seinem Medikament Kerendia bei Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung bekannt gegeben. Die Nachricht trieb die Aktie des Konzerns um 4,71 % auf 40,25 Euro nach oben. Gleichzeitig prägen anhaltende Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup weiterhin die Aufmerksamkeit der Anleger, da wichtige Gerichtstermine bevorstehen.
Die Phase-III-Studie mit dem Namen FIND-CKD erreichte im März 2026 ihren primären Endpunkt. Damit handelt es sich um die erste große Studie zu Kerendia (Finerenon) bei nicht-diabetischer Nierenerkrankung, die das potenzielle Anwendungsspektrum des Wirkstoffs über diabetiche Patienten hinaus erweitert. Bayer plant nun, einen Antrag auf eine erweiterte Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen – ein Schritt, der dem Medikament einen deutlich größeren Markt eröffnen könnte.
Trotz der Fortschritte im Pharmabereich verzeichnete Bayer für das Geschäftsjahr 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro. Zudem beläuft sich die Nettoverschuldung des Konzerns auf fast 30 Milliarden Euro. Anleger bleiben vorsichtig und wägen die Hoffnung auf Kerendia gegen die anhaltenden juristischen Risiken durch Roundup ab.
Am 1. April 2026 findet die Hauptversammlung von Bayer statt, auf der die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen werden. Noch am selben Tag wird der Oberste Gerichtshof der USA mündliche Verhandlungen darüber führen, ob die Warnhinweise auf Roundup den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Eine Entscheidung wird bis Mitte Juni 2026 erwartet und könnte weitreichende Folgen für die Versorgung mit Glyphosat sowie künftige Klagen haben.
Die positiven Studienergebnisse zu Kerendia bieten Bayer die Chance, sein Pharmageschäft zu stärken. Dennoch bleibt das Unternehmen unter finanziellen Druck und rechtlichen Unsicherheiten durch Roundup. Die anstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wird voraussichtlich sowohl das Anlegervertrauen als auch die regulatorische Überprüfung in den kommenden Monaten maßgeblich beeinflussen.