17 March 2026, 10:18

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Preisdruck und Schädlinge

Nahaufnahme eines Blattsägewespen auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Preisdruck und Schädlinge

Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät zunehmend unter Druck. Fallende Preise, schrumpfende Anbauflächen und wachsende Bedrohungen durch Krankheiten und Schädlinge zwingen die Landwirte zu schnellem Handeln. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Rübe für viele Betriebe ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Produktion.

Die mit Zuckerrüben bestellte Fläche geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Bundesweit sank der Anbau von rund 41.000 Hektar im Jahr 2020 auf etwa 35.000 Hektar bis 2025. Als Hauptgründe nennen Landwirte schwankende Zuckerpreise, gestiegene Produktionskosten und die Konkurrenz durch günstigere Importe.

Auch auf dem Betrieb Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter (Nordrhein-Westfalen) zeigt sich dieser Wandel deutlich: Die Rübenfelder schrumpften von 160 Hektar im Jahr 2023 auf heute nur noch 118 Hektar. Lag der Anteil der Zuckerrüben früher bei etwa 20 Prozent der Nutzfläche, sind es nun nur noch 14 Prozent. Dennoch setzt Betriebsleiter Marius Feldmann weiterhin auf die Kultur – trotz verschärfter Marktbedingungen.

Die größten Ertragsrisiken gehen von Krankheiten und Schädlingen aus. Cercospora-Blattflecken und die von der Zikade Hyalesthes obsoleta übertragene Stolbur-Krankheit (SBR) können den Zuckergehalt in schweren Fällen um 40 bis 50 Prozent mindern. Resistente Unkräuter wie Hirse-Haferschleier verschärfen die Probleme. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen droht die heimische Produktion unwirtschaftlich zu werden.

Neue Pflanzenschutzmittel helfen den Landwirten bei der Gegenwehr. Innovative Herbizide, Fungizide und Biostimulanzien zielen auf resistente Unkräuter, Blattkrankheiten und SBR ab. Produkte wie Badge WG, Coprantol Duo und Recudo erhielten 2026 die volle Zulassung zur Bekämpfung von Cercospora. Notfallzulassungen für weitere Wirkstoffe brachten vorübergehende Entlastung – doch langfristige Lösungen sind den Anbauern wichtiger.

Sollte sich der Rückgang des Zuckerrübenanbaus fortsetzen, könnte dies die regionale Zuckerversorgung beeinträchtigen. Die Landwirte setzen auf modernen Pflanzenschutz, um Erträge und Qualität zu halten. Ohne stabile Preise oder weitere Innovationen bleibt die Zukunft der Branche jedoch ungewiss.

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