Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Experten warnen vor sozialer Spaltung
Edeltrud WagnerEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Experten warnen vor sozialer Spaltung
Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld erheben
Der Kölner Dom, eines der bedeutendsten historischen Bauwerke Deutschlands, könnte bald erstmals eine Eintrittsgebühr verlangen. Die Kathedrale, die jährlich rund sechs Millionen Besucher anzieht, ist derzeit noch kostenlos zugänglich. Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat sich nun kritisch zu den Plänen geäußert und sie als "tiefgreifend fehlerhaft" bezeichnet.
Die zuständigen Stellen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest. Schock-Werner bezeichnete den Schritt als "sehr problematisch" und warnte, dass dadurch der Zugang vor allem wohlhabenderen Touristen vorbehalten bleiben und der offene Charakter der Kathedrale verloren gehen könnte.
Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Mittel für die Instandhaltung notwendig seien, doch betonte sie, dass eine Eintrittsgebühr die kulturelle Bedeutung des Doms als Ort für alle schwächen könnte. Die Kathedrale, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zählt zu den meistbesuchten katholischen Stätten der Welt. Ähnliche Diskussionen gab es in den vergangenen Jahren bereits, etwa bei Streitigkeiten über Sanierungskosten in den Domen von Köln und Mainz zwischen 2021 und 2025.
Die öffentliche Reaktion auf solche Gebühren fällt gespalten aus: Während Denkmalschutzorganisationen oft für zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen plädieren, lehnen lokale Gemeinschaften und Besucherverbände höhere Kosten ab. Schock-Werner unterstrich, dass die Bedeutung des Doms gerade in seiner Zugänglichkeit für alle liege – nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können.
Ziel der geplanten Gebühr ist es, zusätzliche Einnahmen für die Erhaltung des Bauwerks zu sichern. Sollte sie eingeführt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel für die über 140 Jahre alte Kathedrale. Noch steht jedoch nicht fest, wie viel Besucher künftig zahlen müssten.