17 March 2026, 01:05

Solinger Kirchenkreis plant radikale Gebäudereform bis 2027

St. Paul United Methodist Church, ein Gebäude mit Fenstern und Türen, umgeben von Pflanzen und Bäumen, mit Schnee auf dem Boden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund, mit einer Tafel mit Text auf der rechten Seite.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Gebäudereform bis 2027

Evangelischer Kirchenkreis Solingen prüft Zukunft seiner Gebäude angesichts sinkender Mitgliederzahlen und Mittel

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen überarbeitet die Nutzung seiner Immobilien, da die Zahl der Gemeindeglieder und die finanziellen Mittel zurückgehen. Eine Arbeitsgruppe hat Änderungen für mehrere Kirchen und Gemeinschaftszentren vorgeschlagen; zentrale Entscheidungen werden bis 2027 erwartet. Die Pläne zielen darauf ab, Nachhaltigkeit zu sichern und sich gleichzeitig an schrumpfende Ressourcen sowie Umweltziele anzupassen.

Ein siebenköpfiges Team unter Leitung von Hartmut Hoferichter entwickelte eine Strategie, um die finanziellen und mitgliederbezogenen Herausforderungen zu bewältigen. Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis mit einem halben Haushalt im Vergleich zu heute – bei gleichzeitig weniger Mitgliedern und Personal. Die Immobilien wurden in drei Kategorien eingeteilt: langfristig zu erhaltende Standorte, solche, die weiter geprüft werden müssen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragbar sind.

Zur "Positivliste" zählen die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Waldkirche, die Dorper Kirche, die Evangelische Gräfrather Kirche sowie drei Gemeindezentren. Diese bleiben in kirchlicher Trägerschaft. Dagegen sollen die Kirchen in Merscheid, Widdert und Ketzberg sowie die Lutherkirche und das Gemeindezentrum Zwinglistraße aufgrund der finanziellen Belastung nicht weiter betrieben werden.

Andere Standorte wie die Christuskirche, das Gemeindezentrum Rupelrath, die Evangelische Mangenberger Kirche und das Gemeindehaus Corinthstraße bedürfen noch einer vertieften Diskussion. Auch die Zukunft der Stadtkirche Mitte wird geprüft – wegen ihrer zentralen Lage, guter Erreichbarkeit und vielfältiger Nutzung. Langfristig strebt der Kirchenkreis an, dass alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral sind, was umfangreiche Sanierungsinvestitionen erfordert.

Eine Sondersynode am 14. März 2026 wird das Gebäudekonzept beraten; die endgültigen Beschlüsse sollen bis Ende 2027 fallen. Aktuell sind keine Kirchen oder Zentren geschlossen, doch Änderungen könnten nach 2030 oder 2035 in Kraft treten.

Die Vorschläge spiegeln die Notwendigkeit wider, sich an schrumpfende Ressourcen anzupassen und gleichzeitig Umweltziele zu erreichen. Die finalen Entscheidungen werden bestimmen, welche Gebäude in kirchlicher Hand bleiben und welche möglicherweise umfunktioniert werden. Der Prozess soll spätestens Ende 2027 abgeschlossen sein.

AKTUALISIERUNG

Lutherkirche veranstaltet trotz Schließungsplänen große Events

Die Lutherkirche bleibt trotz drohender Schließung für wichtige Dienste und kulturelle Veranstaltungen aktiv. Weitere Details sind:

  • Große Weihnachts- und Konfirmationsgottesdienste finden wie gewohnt statt.
  • Kulturelle Veranstaltungen werden erweitert und bieten neue Gemeinschaftsnutzungen.
  • Die Kirche wird nicht vollständig aufgegeben oder entweiht, was frühere Bedenken ausräumt.