Automobil-Experte Dudenhöffer zerpflückt Deutschlands schwindende Auto-Macht

Edeltrud Wagner
Edeltrud Wagner
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Ein Mercedes-Benz-Werk in Deutschland mit Fahrzeugen auf der Straße, umgeben von Gras, Pflanzen, Bäumen, Gebäuden und Polen, von denen einer ein Logo hat.Edeltrud Wagner

Automobil-Experte Dudenhöffer zerpflückt Deutschlands schwindende Auto-Macht

Ferdinand Dudenhöffer, einer der führenden Automobil-Experten, hat Deutschlands Rolle als Automobilstandort scharf kritisiert. Er wirft dem Land vor, dass hohe Kosten und eine schwache Wirtschaftspolitik die Hersteller dazu drängen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern.

Seine Äußerungen fallen in eine Phase der Stagnation für deutsche Marken wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz. Während chinesische und US-amerikanische Konkurrenten wie BYD und Tesla kräftig zulegen, kämpfen die deutschen Hersteller mit schrumpfenden Marktanteilen und einer zögerlichen Einführung von Elektrofahrzeugen.

In den vergangenen fünf Jahren konnten die deutschen Automobilhersteller nicht mithalten. Die globale Produktion von Volkswagen sank von etwa 8,3 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2021 auf rund 8,0 Millionen im Jahr 2025. Auch BMW und Mercedes-Benz verzeichneten ähnliche Rückgänge – ihr kombinierter Marktanteil fiel von etwa 14 auf 11 Prozent.

Gleichzeitig expandierten chinesische Hersteller wie BYD und SAIC rasant. Ihre Produktion stieg von 26 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2021 auf über 35 Millionen bis 2025 und sicherte ihnen einen globalen Marktanteil von 35 Prozent – vor allem dank des Booms bei Elektroautos. US-amerikanische Unternehmen, angeführt von Tesla, steigerten ihre Produktion von 12 auf 15 Millionen Fahrzeuge und halten nun etwa 20 Prozent des Marktes.

Dudenhöffer macht für die Probleme Deutschlands einen überdimensionierten Sozialstaat, hohe Energiepreise und uncompetitive Kostenstrukturen verantwortlich. Die Politik wirft er vor, der Industrie kaum mehr als leere Versprechungen zu bieten. Seine Botschaft ist klar: "Das größte Problem für unsere heimischen Konzerne ist Deutschland selbst."

Trotz der Herausforderungen sieht er die deutschen Automobilhersteller nicht in einem unaufhaltsamen Niedergang. Das Jahr 2022 bezeichnete er als "einen extrem schlechten Ausreißer", doch er geht davon aus, dass sie sich erholen werden – wenn auch nicht in Deutschland. Stattdessen erwartet er, dass sie ihre Produktion ins Ausland verlagern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dudenhöffers Einschätzung unterstreicht eine harte Realität für die deutsche Autoindustrie. Angesichts steigender Kosten und starker ausländischer Konkurrenz könnten die Hersteller zunehmend über ihren Heimatmarkt hinauswachsen. Dieser Wandel könnte die Rolle Deutschlands in der globalen Automobilproduktion auf Jahre hinaus prägen.

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