Rekord-CSD in Cottbus: Tausend feiern Pride trotz homophober Angriffe und Rechter

Edeltrud Wagner
Edeltrud Wagner
2 Min.
Eine große Gruppe von Menschen bei einer LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin, die Fahnen und Schilder halten, mit Gebäuden, einem Kran und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Edeltrud Wagner

Rekord-CSD in Cottbus: Tausend feiern Pride trotz homophober Angriffe und Rechter

Cottbus verzeichnete am Samstag die größte Christopher-Street-Day-Parade (CSD) seiner Geschichte – rund 1.000 Teilnehmende zogen durch die Stadt. Die Veranstaltung bildete den Abschluss der Pride-Saison in Ostdeutschland, stand jedoch im Schatten von Spannungen, darunter homophobe Parolen und rechtsextreme Gegenproteste. Organisator:innen und Unterstützer:innen forderten mehr Akzeptanz und höhere Fördergelder für LGBTQ+-Initiativen in Brandenburg.

Die 17. Cottbusser CSD-Demo begann mit einem Marsch vom Bahnhof zum Startpunkt, angeführt von der Dragqueen Miss Cherry Moonshine und einem Storch in roten Hosen, der einen Korb mit Kondomen trug. Eine 20 Meter lange Regenbogenflagge wehte über der Menge, während Reden auf Ukrainisch, Russisch, Arabisch und Polnisch die Kämpfe queerer Communities in diesen Ländern thematisierten.

Am Bahnhof kam es zu verbalen Auseinandersetzungen, als Fans des FC Energie Cottbus homophobe Parolen skandierten und Demonstrant:innen filmen wollten. Rund 200 Unterstützer:innen aus anderen Städten schlossen sich unter Polizeischutz dem Marsch an – ein Zeichen der Solidarität angesichts steigender Spannungen.

Zwei rechtsextreme Gegenkundgebungen waren angemeldet, doch nur etwa 90 Protestierende erschienen und formierten sich zu einer Gruppe mit dem Spruch "Unsere Stadt bleibt heterosexuell!". Organisator Christian Müller berichtete von Schwierigkeiten, freiwillige Ordner:innen zu gewinnen – viele fürchteten Repressalien. Ein Indiz für das sich wandelnde Klima in der Stadt.

Die Veranstaltung folgte auf eine Reihe von Angriffen auf LGBTQ+-Einrichtungen, darunter zerstörte Regenbogenflaggen am CSD-Büro und einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das queere Zentrum Regenbogenkombinat in der Vorwoche. Die Teilnehmenden forderten mehr gesellschaftliche Akzeptanz und eine Aufstockung des "Queeren Aktionsplans Brandenburg" von 224.000 auf 500.000 Euro.

Trotz Widerstand und Sicherheitsbedenken endete der Cottbusser CSD als erfolgreichste und größte Ausgabe seiner Geschichte. Organisator:innen und Teilnehmende betonten den dringenden Bedarf an stärkerem Schutz und mehr Förderung für LGBTQ+-Communities. Der Erfolg der Parade stand im Kontrast zu wachsenden Herausforderungen – von Vandalismus bis hin zu rechtsextremer Gegenwehr.

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