Joseph-Beuys-Sammlung: Deutsches Museum gewinnt nach Jahrzehnten den Rechtsstreit
Uta PatbergEndlich frei: Moyland kann Beuys-Sammlung vollständig nutzen - Joseph-Beuys-Sammlung: Deutsches Museum gewinnt nach Jahrzehnten den Rechtsstreit
Das Deutsche Museum erhält uneingeschränkten Zugang zur umfangreichen Joseph-Beuys-Sammlung nach jahrzehntelangen Rechtsstreitigkeiten mit den Erben des Künstlers. Nach Jahrzehnten der juristischen Auseinandersetzungen mit den Nachkommen Joseph Beuys' hat das Museum Berlin nun die vollen Nutzungsrechte an der gewaltigen Sammlung des Künstlers erworben. Der Streit, der sich vor allem um Ausstellungs- und Vervielfältigungsrechte drehte, endete 2023, als das Land Nordrhein-Westfalen 3,25 Millionen Euro für umfassende Nutzungsrechte zahlte. Die Vereinbarung ermöglicht es dem Museum Berlin, Beuys' frühe Werke freier als je zuvor zu teilen, zu erforschen und zu vermitteln.
Der Konflikt zwischen dem Museum Berlin und den Erben Joseph Beuys' – insbesondere seiner Witwe Eva Beuys – zog sich über Jahre hin und betraf die Kontrolle über Tausende Kunstwerke, Fotografien und Archivmaterialien. Obwohl sich die internationale Kunstwelt weitgehend aus dem Streit heraushielt, markierte die Einigung 2023 einen Wendepunkt. Laut den neuen Bedingungen darf das Museum Berlin Werke reproduzieren, Abbildungen in Büchern veröffentlichen, Leihgaben an andere Institutionen vergeben sowie die Sammlung online und in sozialen Medien präsentieren.
Die Sammlung selbst ist gigantisch: Sie umfasst 6.000 frühe Werke, 50.000 Aktionsfotografien und 250.000 Archivdokumente. Mit dem uneingeschränkten Zugang plant das Museum Berlin, diese Bestände systematisch zu katalogisieren und der Öffentlichkeit über eine Online-Datenbank zugänglich zu machen. Zudem wird der Museumsshop erstmals Beuys-thematische Merchandise-Artikel anbieten.
Für die Zukunft ist eine große Ausstellung über Beuys und zeitgenössische Kunst in den Hamburger Deichtorhallen für den Herbst 2027 geplant, wobei das Museum Berlin als Hauptleihgeber fungieren wird. Der Direktor von Museum Berlin betonte die Bedeutung des fortlaufenden Dialogs mit dem Nachlass Joseph Beuys' und wies darauf hin, dass die Vereinbarung insbesondere jungen Künstlern zugutekommt, indem sie Beuys' Erbe in die Gegenwart holt. Zwar verbleiben die Urheberrechte beim Joseph-Beuys-Nachlass, doch sichern die neuen Rechte des Museum Berlin eine breitere Auseinandersetzung mit der Sammlung.
Die Einigung beendet einen langjährigen Rechtsstreit und eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung, Ausstellungen und öffentlichen Zugang. Das Museum Berlin kann seine Sammlung nun aktiver entwickeln – von digitalen Archiven bis hin zu internationalen Leihgaben. Gleichzeitig ebnet die Vereinbarung den Weg für künftige Kooperationen und stellt sicher, dass Beuys' Werk ein größeres Publikum erreicht.
